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19.01.2007

05:17 Uhr

Pharmaindustrie

Verkehrte Welt

VonSiegfried Hofmann

Man konnte in jüngster Zeit den Eindruck gewinnen, in der Pharmabranche spiele die Musik vor allem im Geschäft mit den patentfreien Nachahmermedikamenten.

Die Fusionswelle in diesem Bereich beschleunigte sich fast kontinuierlich, die Preise für Unternehmen blieben auf hohem Niveau. Denn für Generika fehlte es nicht an ehrgeizigen Wachstumsprognosen. Andererseits schlittert ein Konzern wie Pfizer in die Krise, weil wichtige Umsatzträger den Patentschutz verlieren und der Nachschub aus der Forschung auf der Strecke bleibt. Die jetzt vorgelegten Zahlen von Novartis und Merck zeigen indes, dass sich in der Pharmawelt keineswegs alles in Richtung Generika dreht. Vielmehr bleibt das lukrative Geschäft mit innovativen Medikamenten das Rückgrat. Merck hat deshalb seine Generikasparte zum Verkauf angeboten.

Novartis geht weiterhin auf beiden Wegen voran und vollzog in den letzten beiden Jahren mit der Übernahme und Integration von Hexal bei Generika einen besonders großen Expansionsschritt. Aber auch für Novartis bietet das Kerngeschäft mit Originalmedikamenten letztlich wohl die weitaus attraktivere Perspektive. Wenn alles gut geht, werden die voraussichtlich acht Neuzulassungen im laufenden Jahr schon ab 2008 wieder zweistelliges Wachstum im innovativen Pharmageschäft sichern. Gemessen am Kapitaleinsatz, sind dort die Renditen mehr als doppelt so hoch wie in der Generikasparte. Und daran dürfte sich in den nächsten Jahren wenig ändern. Im Gegenteil: Einiges deutet auf einen raueren Wettbewerb und rückläufige Margen im Nachahmergeschäft hin. Es ist also gut möglich, dass auch der Baseler Konzern in den nächsten Jahren noch einmal über seine Strategie bei Generika nachdenken wird.

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