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29.01.2007

15:59 Uhr

Porsche/Volkswagen

Familienbande

VonMartin-W. Buchenau

Wenn Porsche zur Hauptversammlung lädt, werden Aktionäre zu Statisten degradiert – entschieden wird einzig und allein zwischen den Familien Piëch und Porsche. Jetzt besitzen letztere eine Mehrheit im Aufsichtsrat und das könnte interessant werden.

Ferdinand Piëch, Porsche-Enkel, Milliardär und VW-Aufsichtsratschef, konnte sich am Freitag auf der Hauptversammlung von Porsche entspannt zurücklehnen. Entscheidungen fallen dort nicht, weil die Familien Porsche und Piëch alle Stammaktien halten und die Vorzugsaktionäre reden dürfen, aber nichts zu sagen haben.

Allerdings kann die Öffentlichkeit jetzt erahnen, wie Piëch die Familienstämme für die Fortsetzung des Milliardenabenteuers bei VW gewinnen konnte. Immerhin geht es beim Sportwagenbauer um mögliche Kapitalmaßnahmen von neun Milliarden Euro, die im Ernstfall dazu ausreichen, die Mehrheit bei VW zu übernehmen.

Wolfgang Porsche, Ferdinands Cousin, wird Aufsichtsratschef bei Porsche, und Hans-Peter Porsche zieht neben Oliver Porsche als drittes Mitglied der Porsche-Familie in den Aufsichtsrat. Erstmals haben die Porsches damit dort ein Übergewicht gegenüber den Piëchs. Praktisch hat das zwar keine Auswirkung, da beide Familien nach einem Vertrag sich immer zunächst intern einigen und im Aufsichtsrat danach einheitlich abstimmen.

Aber dennoch hat Wolfgang Porsche jetzt als Aufsichtsratschef im Konfliktfall die Kontrolle darüber, was mit den Milliarden Euro passiert, die beide Familien bereits bei Volkswagen investiert haben und vielleicht noch investieren werden. Das dürfte das Faustpfand sein, das das Oberhaupt des Clans, Ferdinand Piëch, der Porsche-Familie gewähren musste, um seine VW-Mission fortzusetzen. Danach ist klar, dass der bald 70-Jährige nie und nimmer aus dem VW-Aufsichtsrat ausscheiden oder auch nur den Vorsitz abgeben wird. Die Piëchs und die Porsches haben die Macht aufgeteilt und behandeln den VW-Konzern bereits als Teil ihres gemeinsamen Familienunternehmens.

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