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21.08.2012

14:03 Uhr

Pro und Contra

Jens Weidmann - Held oder Quertreiber?

VonFlorian Kolf, Jan Mallien

Der doppelte Weidmann: Für die einen ist der Bundesbankpräsident ein Held, für die anderen ein Opportunist. Als einziges Mitglied im EZB-Rat hat er gegen Pläne für Anleihekäufe der EZB gestimmt. Bislang wirkungslos.

Mit seinem Nein zu Draghis-Plänen für Anleihekäufe polarisiert Bundesbank-Chef Jens Weidmann. dapd

Mit seinem Nein zu Draghis-Plänen für Anleihekäufe polarisiert Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Eigentlich sollte Jens Weidmann weniger polarisieren als sein Vorgänger Axel Weber. Mit seiner forschen Art war Weber im EZB-Rat in die Isolation geraten. Als Angela Merkel einen Nachfolger für ihn suchte, fiel die Wahl ausgerechnet auf einen ihrer engsten Berater.

Jens Weidmann hatte zuvor als Wirtschaftsberater im Kanzleramt gearbeitet. Nun sollte er vom Kanzleramt direkt nach Frankfurt in die Zentrale der Bundesbank wechseln. Weidmann sei ein Mann, der für seine Positionen kämpft aber Kompromisse sucht, hieß es damals.

Knapp ein Jahr später ist Weidmanns Position umstritten: Für die einen ist er zum Helden der deutschen Stabilitätsdisziplin geworden - für andere ist er ein Opportunist, der in der Euro-Krise keine Alternativen bietet. Nichts zeigt den Zwiespalt deutlicher als die Debatte um Draghis Pläne für Anleihekäufe der EZB. Weidmann war das einzige von 23 Mitgliedern im EZB-Rat, das gegen Draghis Pläne stimmte. Kritiker in der EZB werfen ihm eine Verweigerungshaltung vor. "Jens Weidmann zieht sich auf juristische Positionen zurück und verweigert ein pragmatisches Krisenmanagement", sagen sie über den deutschen Geldhüter.

Der Bundesbank-Chef hingegen brandmarkte Anleihekäufe der EZB immer wieder als Rechtsbruch - und als unvereinbar mit dem Mandat der Zentralbank. "Ich kann nicht erkennen, wie das Vertrauen in ein System zurückkehren soll, das seine Gesetze bricht", gab er im November 2011 zu Protokoll.

Ist Weidmann die Stimme der ökonomischen Vernunft oder taugt er nicht als Held? Ein Pro und Contra von zwei Handelsblatt-Redakteuren.

Kommentare (136)

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Account gelöscht!

21.08.2012, 14:13 Uhr

Held

UT1

21.08.2012, 14:20 Uhr

Klare Sache, kein Held aber wohl der einzige der nachvollziehbar argumentiert und nicht alle drei Minuten die Meinung wechselt weil es dem "Club Med" besser reinpasst.

Account gelöscht!

21.08.2012, 14:21 Uhr

Held. Letztendlich wird es aber immer erst die Geschichte und deren Auslegung zeigen.

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