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01.02.2008

14:06 Uhr

Rio Tinto

China spannt die Muskeln an

VonDirk Heilmann

Nach vielen Andeutungen und Drohungen hat sich China tatsächlich in den Übernahmekampf um Rio Tinto eingeschaltet. Doch nicht ein Minen- oder Stahlkonzern führt den Angriff, sondern der größte Aluminiumproduzent des Landes, Chinalco. Ein Kommentar.

Nach vielen Andeutungen und Drohungen hat sich China tatsächlich in den Übernahmekampf um Rio Tinto eingeschaltet. Doch nicht ein Minen- oder Stahlkonzern führt den Angriff, sondern der größte Aluminiumproduzent des Landes, Chinalco. Noch dazu hat er ausgerechnet einen US-Partner, Alcoa, mit ins Boot geholt, auch wenn der nur weniger als ein Zehntel des Kapitals zum 14 Mrd. Dollar teuren Einstieg bei Rio Tinto beisteuerte. Nun halten sie gemeinsam zwölf Prozent an Rio Tinto. Doch reicht das, um die Übernahme des britisch-australischen Bergbaukonzerns durch den Weltmarktführer BHP Billiton zu verhindern?

Zumindest hat BHP nun eine harte Nuss zu knacken. Der Konzern hat nach dem langen Rohstoffboom genug Finanzkraft im Rücken, um bis zum Ablauf der von der Londoner Übernahmeaufsicht gesetzten Frist am Mittwoch ein attraktives Angebot vorzulegen. Doch das wird dann erst der Anfang eines zähen Kampfes sein. Wenn es Chinalco und Alcoa darauf abgesehen haben, die Mega-Fusion zu verhindern, dann können sie es schaffen. Doch der anschließende Einbruch des Rio-Aktienkurses würde sie Milliarden kosten. Was aber, wenn sie sich mit BHP auf eine Zerlegung von Rio Tinto einigten? Die Aluminium-Sparte einschließlich der enormen Reserven des wichtigsten Vorprodukts Bauxit wäre ein Leckerbissen für Chinalco und Alcoa. Der chinesische Staat würde sicher mit ein paar Milliarden helfen, um der heimischen Alu-Produktion den Rohstoffnachschub zu sichern.

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