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25.02.2004

09:30 Uhr

RWE

Kommentar: Es wird eng für Roels

VonMarkus Hennes

Erst seit einem Jahr steht Harry Roels an der Spitze des RWE-Konzerns. Nachdem der Niederländer nun schon die zweite schwere Niederlage in seiner kurzen Amtszeit einstecken musste, ist ungewiss, wie lange er sich noch auf dem Führungsposten halten kann. Roels ist in jedem Fall angezählt.

Markus Hennes Handelsblatt

Erst seit einem Jahr steht Harry Roels an der Spitze des tief im Ruhrgebiet verwurzelten RWE- Konzerns. Nachdem der Niederländer gestern schon die zweite schwere Niederlage in seiner kurzen Amtszeit einstecken musste, ist ungewiss, wie lange er sich noch auf dem Führungsposten halten kann. Roels ist in jedem Fall angezählt.

Der frühere Ölmanager ist nach wie vor nicht in der deutschen Wirklichkeit angekommen. Im Unterschied zu seinem früheren Arbeitgeber Shell haben im RWE- Konzern politische Strippenzieher großen Einfluss. Ohne viel Federlesen durchkreuzte der Aufsichtsrat Roels Plan, den aufstrebenden Siemens-Manager Udo Niehage in den RWE-Vorstand zu berufen. Roels hätte sich seine mehr als sechs Monate lange Suche nach dem geeigneten Kandidaten sparen können. Völlig überraschend hat das Aufsichtsgremium ihm einen schweren Schlag versetzt.

Es dürfte auch alles andere als ein Zufall gewesen sein, dass der RWE-Chef unmittelbar vor der gestrigen Aufsichtsratssitzung in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Für seinen Wechsel an die Ruhr soll Roels ein Handgeld von einer Million Euro erhalten haben. Das ist zwar legal, wurde aber von Mitgliedern des Kontrollgremiums gezielt in die Öffentlichkeit lanciert. Im Ruhrgebiet kommen solche Extrazahlungen außerhalb der Box-Arena nicht gut an.

Roels hat nach zwölf Monaten als RWE-Chef nicht viel erreicht. Die Neustrukturierung des Konzerns gelang ihm erst in letzter Minute – durch teure Zugeständnisse an die kommunalen Aktionäre von RWE-Gas. Roels ist angeschlagen. Wird er die nächsten Runden überstehen? Seine Gegner im Konzern dürften alles daransetzen, ihn schon bald auszuknocken.

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