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25.01.2007

05:36 Uhr

SAP

Im Umbruch

VonJens Koenen

SAP verzichtet auf einen Teil der Rendite und investiert sie in neue Märkte. Für einen Wachstumswert ist das ein richtiger, wenn nicht sogar der einzig richtige Weg. Dass die eher kurzfristig orientieren Investoren sich damit schwer tun, ist nicht ungewöhnlich. Denn die Aussichten für das Software-Papier haben sich ja tatsächlich etwas eingetrübt.

Auf längere Sicht sieht die Situation anders aus. Dazu sei eine einfache Rechnung erlaubt: Zwischen 300 und 400 Millionen Euro will SAP für das neue Mittelstandsgeschäft ausgeben. Damit sollen nach Berechnungen der SAP-Spitze ab 2010 zusätzliche Umsätze von jährlich einer Milliarde Dollar erzielt werden. Bei einer Marge von 30 Prozent wäre das Investment also nach weniger als zwei Jahren wieder eingespielt. Das sind gute Perspektiven, auch für die Anleger. Zudem muss nüchtern konstatiert werden: Dem SAP-Management bleibt keine andere Wahl. Will es die aktuellen Wachstumsraten auf Dauer absichern, führt kein Weg am Mittelstand vorbei. Hier gibt es weltweit über eine Million Firmen, hier ist das Potenzial.

Eine ganz andere Frage ist die nach den langfristigen Folgen der neuen SAP-Politik, Software quasi als „Mietservice“ zur Verfügung zu stellen. Damit ändert sich das ganze Geschäftsmodell. Statt großer Einmalzahlungen zu Beginn einer Installation bekommt SAP künftig regelmäßige „Mieteinnahmen“. Das macht die Walldorfer und ihre Zahlen zwar berechenbarer. Es wird aber auch den Druck auf das Geschäft erhöhen. Wurden früher pauschal SAP-Lizenzen eingekauft, ist künftig immer stärker der tatsächliche SAP-Rechenbedarf die Basis für den Umsatz des Softwarekonzerns. Diesen Wechsel ohne großen Umsatz- und Ergebniseinbruch zu managen ist die eigentliche Herausforderung für die nächsten Jahre.

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