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21.01.2008

17:45 Uhr

Für Vorstandschefs sind Hauptversammlungen selten ein Vergnügen. Der neue Siemens-Chef Peter Löscher hat am kommenden Donnerstag in der Münchener Olympiahalle allerdings eine ganz besonders schwere Aufgabe zu meistern: Bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt muss er Aktionäre, Mitarbeiter und Börsen gleichermaßen davon überzeugen, dass der Konzern eine Zukunft hat.

Es ist eine Bewährungsprobe der ganz besonderen Art, denn Siemens wird von einer Korruptionsaffäre erschüttert, wie sie noch kein Unternehmen in Deutschland erlebt hat. Dennoch reicht es nicht aus, wenn Löscher seinen Kampf gegen die schwarzen Kassen vorstellt.

Der Manager muss vor allem gute Gründe liefern, warum Siemens in seiner gegenwärtigen Größe überhaupt weiterbestehen sollte. Immer wieder haben Fondsmanager in den vergangenen Jahren die Zerschlagung des Konzerns gefordert. Der Umfang der Korruption gibt ihnen jetzt die besten Argumente in die Hand. Angesichts fast täglich neuer Enthüllungen stellt sich auch neutralen Beobachtern die Frage: Ist Siemens nicht längst viel zu komplex und damit unbeherrschbar geworden? Wären die einzelnen Divisionen auf sich gestellt nicht leichter zu durchschauen und dazu noch mehr wert an der Börse?

Dazu kommt: Löscher muss der Siemens-Aktie neue Fantasie einhauchen. Zwar hat er wiederholt erklärt, die Finanzkrise könne Siemens nichts anhaben. Die Investoren scheinen da aber ganz anderer Meinung zu sein. Gestern ging der Kurs in der allgemeinen Untergangsstimmung um sieben Prozent in die Knie. Schon seit Weihnachten ist die Aktie kräftig gefallen. Löscher muss überzeugende Argumente liefern, um alle Beteiligten an Bord zu holen.

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