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24.01.2007

05:57 Uhr

Sparkassen

Lauter Weckruf

VonPeter Köhler

Streit über die Marke Sparkasse“ und „Bieterkampf um die Landesbank Berlin“: Diese beiden Themen beherrschten bisher die Diskussion über die öffentlich-rechtlichen Institute in Deutschland. Das sind breitenwirksame Aufreger, und die liefern Stoff für knackige Schlagzeilen.

Was die Sparkassen hinter den Kulissen aber noch viel mehr bewegt, sind nackte und auf den ersten Blick eher dröge Kennzahlen. Und doch liegt genau hier der Hase im Pfeffer. Denn fast alle operativen Zahlen für 2007 zeigen in der ersten Prognose des Sparkassenverbandes DSGV nach unten. Zwar werden die Zahlen im Jahresverlauf noch mehrfach revidiert, aber der Weckruf ist laut und vernehmlich: Die Sparkassen müssen noch viel näher ran an den Kunden. Jahrelang haben sich die Mitarbeiter unter dem roten „S“ darauf verlassen, dass der Kunde in die Filiale trabt und einen Sparplan nach dem nächsten für die Enkel abschließt. Das funktioniert nicht mehr. Direktbanken, Strukturvertriebe und sogar die privaten Großbanken versuchen gezielt, die Sparkassenkunden abzuwerben, und sei es nur bei einzelnen Produkten.

Allein über den Preis werden die Sparkassen den Kampf nicht gewinnen können, ihre Stärke war und ist der persönliche Kontakt. Darauf sollten sich die öffentlich-rechtlichen Institute zurückbesinnen. Ihre Filialdichte und die Nähe vor Ort sind dabei wichtige Trümpfe. Hier liegt eine große Chance. An der „Online-Front“ als zweitem Standbein haben die Sparkassen dagegen die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Nach wie vor lehnen sie eine bundesweite Direktbank ab und leisten sich stattdessen ein Flickwerk aus vielen Einzelauftritten und gegenseitiger Konkurrenz. Das ist zu wenig, hier ist der Weckruf verhallt.

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