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25.03.2012

09:09 Uhr

Tagesordnung

Kompetenzen sind heute wichtiger als Produkte

VonDieter Fockenbrock

Energiewende und Digitalisierung zeigen eines besonders deutlich: Der Manager von heute muss seine Kompetenzen möglichst schnell auf diese neuen Felder ausweiten. Sonst wird er im Wettbewerb abgehängt.

Dieter Zetsche, CEO der Daimler AG. dapd

Dieter Zetsche, CEO der Daimler AG.

DüsseldorfFür Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Automobilkonzerns Daimler, hatte der Jahreswechsel so gar nichts Entspanntes. Während andere froh waren, der Hektik der Schluss-Spurts in ihren Unternehmen entronnen zu sein, packte Zetsche schon wieder die Koffer. Die Detroit Motor Show in den ersten Januartagen wartete schon. Früher konnte Zetsche anschließend wenigstens in Ruhe nach Stuttgart heimkehren. Heute reist er dagegen weiter nach Las Vegas. Zetsche war in diesem Jahr einer der Hauptredner zur Eröffnung der weltgrößten ElektronikmesseCES in der Casino- und Messestadt Amerikas.

Was macht ein Automanager auf der Elektronikmesse? Grund ist nicht die Reiselust des Mannes mit dem markanten Schnauzbart. Die Geschäfte rufen. Bislang reichte es, sich für Spaltmasse und Drehmomente zu interessieren. Jetzt muss er sich in Chipschaltungen und Digitaltechnik einfuchsen. Denn Autos haben bald mehr Elektronik an Bord als Mechanik. Automatische Einparksysteme oder schnelle Internetverbindungen werden zum Standard.

Dieter Fockenbrock, Chefkorrespondent Unternehmen & Märkte. Pablo Castagnola

Dieter Fockenbrock, Chefkorrespondent Unternehmen & Märkte.

Und all das hat nichts mehr mit dem klassischen Automobilbau zu tun. Auch nicht der mit Hochdruck betriebene Umstieg auf neue Antriebstechniken. Der Verbrennungsmotor hat seinen Zenit überschritten, jetzt rollt die Elektrowelle an. Vielleicht auch die Wasserstofftechnik. Jedenfalls Motoren, die nicht mehr Kernkompetenz von Daimler, BMW oder Volkswagen sind. Davon verstehen Zulieferer wie Bosch im Zweifel mehr oder gar branchenfremde Unternehmen wie Siemens.

Managern fehlt oft das Gespür für Umbrüche in ihrer Branche

Manch gelernter Automanager ist damit überfordert. Zwischen Antriebsmechanik und chemischen Speicherprozessen in Hochleistungsbatterien liegen Welten. Auch die Digitalisierung von Autos stellt den klassischen Manager mit dem sprichwörtlichen Benzin im Blut zuweilen vor unlösbare Aufgaben.

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