Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2008

05:45 Uhr

Eins muss man Michael Frenzel lassen: Für Überraschungen ist er immer gut. Jahrelang hat sich der Tui-Vorstandschef auf den Hauptversammlungen beschimpfen lassen, weil seine Umwandlung des Preussag-Konzerns in einen renditestarken Tourismuskonzern nicht funktionierte. Flugs zauberte Frenzel dann die „Zwei-Säulen-Strategie“ aus dem Hut: Die Tui war auf einmal ein „Reise- und Schifffahrtskonzern“. Zum volatilen Touristikgeschäft kam die Container-Schifffahrt der Konzerntochter Hapag-Lloyd.

Künftig kann man von der Tui getrost als dem „Schifffahrts- und Reisekonzern“ sprechen. Die bekanntgewordenen Pläne, die bisher eigenständige Hapag-Lloyd AG aufzulösen und sie nur noch in der Tui AG zu führen, sprechen ebenso dafür wie die Absicht, den Konzernsitz aus Hannover nach Hamburg zu verlegen. Das Gewicht der Sparte Schifffahrt nimmt auch aus einem anderen Grund zu: Die Reiseaktivitäten des Konzerns liegen seit September bei der Tui Travel, dem an der Londoner Börse notierten Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Reiseveranstalter First Choice Holidays.

Erst vorige Woche hat Tui für eine Umtauschanleihe gut zehn Prozent ihrer Tui-Travel-Aktien und damit die Mehrheit an dem Joint Venture aufgegeben. Die Frage, ob sie diese wirklich – wie erklärt und vertraglich vereinbart – 2013 zurückkaufen wird, stellt sich vor der aktuellen Entwicklung erneut. Warum sollte ein Tui-Chef 2013 viel Geld für den Rückkauf aufwenden, wenn der Konzern dann in der Schifffahrt Erfolg hat?

1991 billigten die Aktionäre die Umfirmierung von Preussag in Tui. Für globale Container-Schifffahrt steht Tui kaum. Vielleicht überrascht Frenzel ja bald mit einem neuen Namensvorschlag.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×