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29.01.2008

17:49 Uhr

Die Deutsche Lufthansa und der Touristikkonzern Tui bringen ihre Billigfluggesellschaften Germanwings und Tuifly zusammen. Das ist ein großer Schritt, vor dem sich vor allem die Lufthansa lange geziert hat. Länger warten durfte die größte deutsche Fluggesellschaft jedoch nicht.

Germanwings wächst zwar zweistellig, erfüllt aber die internen Renditeziele des Kranichkonzerns nicht. Air Berlin hat im vergangenen Jahr mit dem Kauf von LTU und Condor die Konsolidierung im deutschen Markt vorangetrieben. Dies und das starke Wachstum der europäischen Billigfluglinien Ryanair und Easyjet haben Germanwings und das gesamte Kurz- und Mittelstreckengeschäft der Lufthansa in heftige Turbulenzen gebracht.

Die neue Fluglinie kommt auf rund 22 Millionen Passagiere und einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Ihr neuer Größenvorteil bietet noch keine Gewähr dafür, dass sie Air Berlin, Easyjet und Ryanair Paroli bieten kann. Zu zweit ist die Chance aber allemal größer als allein.

Doch eine Frage ist noch offengeblieben: Warum hat Lufthansa erst ihre einst eigens gegründete Ferienflugtochter Condor im Herbst (zum Erzfeind Air Berlin) ziehen lassen? Die Größenvorteile eines Dreierbündnisses von Tuifly, Germanwings und Condor wären deutlicher gewesen, und es hätte dem Wettbewerber Air Berlin sowohl auf der Kurz- als auch auf der Mittel- und Langstrecke entgegentreten können.

Es bleibt der Verdacht, dass die Entscheidung von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber nicht nur strategisch motiviert war, sondern auch am gespannten Verhältnis zu Condor-Chef Ralf Teckentrup lag. Den muss der oberste Lufthanseat erst einmal entkräften – mit einer guten Strategie und guten Zahlen.

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