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04.01.2012

15:18 Uhr

US-Vorwahl

Der Sieg des Minimalisten

VonMarkus Ziener

Für die Republikaner ist die Vorwahl von Iowa ein Moment der Verzweiflung. Denn klar ist nun, dass die Zerrissenheit der Konservativen in den USA keine Medienerfindung ist, sondern eine Tatsache. Ein Kommentar.

Markus Ziener ist Handelsblatt-Korrespondent in Washington. Judith Wagner

Markus Ziener ist Handelsblatt-Korrespondent in Washington.

Für den Minimalisten Mitt Romney ist der hauchdünne Sieg von Iowa ein riesiger Erfolg. Für die republikanische Partei dagegen ein Moment der Verzweiflung. Denn klar ist nun, dass die Zerrissenheit der Konservativen in den USA nicht nur eine Medienerfindung ist, sondern eine Tatsache. Drei völlig unterschiedliche Bewerber teilen sich die Gunst ihrer Partei. Warum? Weil unter den Kandidaten keiner dabei ist, der alleine Leidenschaft entfachen könnte – auch Romney nicht.

Sehr wahrscheinlich wird sich Romney, der Ex-Gouverneur von Massachusetts, die Nominierung nun Stück für Stück erarbeiten. Und er wird dies mit der gleichen Professionalität tun, mit der er auch den Vorwahlkampf durchgestanden hat. Er alleine kann eine Operation wie einen US-Wahlkampf von A bis Z organisatorisch bewältigen.

Einem Rick Santorum mögen da im Moment noch Herzen zufliegen, genauso wie einem Ron Paul. Doch Santorum ist nicht nur ein politisches Leichtgewicht. Er profitiert bisher davon, dass er ungetestet ist, ungeprüft. Das kann sich schnell ändern, schon diese Woche. Denn bis in New Hampshire am kommenden Dienstag gewählt wird, dürften sich Medien und politische Konkurrenz den 53-Jährigen aus Pennsylvania nun genauer anschauen – und sehr wahrscheinlich fündig werden.

Denn zumindest fiskalpolitisch ist die Historie der telegene Ex-Senators nicht blütenrein. Santorum hat mitgestimmt, als es um eine Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung Medicare ging. Und er hat mitgemacht, wenn in Gesetzen finanzielle Zuwendungen für Lieblingsprojekte von Kongressabgeordnete versteckt waren. Dies alles dürfte in den nächsten Tagen genüsslich ausgebreitet werden – und der Glanz des Aufsteigers Santorum könnte schnell stumpf werden.

Der Libertäre Ron Paul dagegen sagt in aller Ehrlichkeit, was er denkt und tut – und das seit Jahren. Das ehrt ihn und das bringt ihm jene Unterstützung, die ihn nun so hoch gespült hat. Doch das Wählerpotenzial des 76-Jährigen könnte mit dem guten dritten Platz in Iowa bereits ausgeschöpft sein. Pauls politische und ökonomische Ansichten sind beides: Mal genial und mal bizarr. Er plädiert genauso vehement für einen radikalen Schuldenabbau wie es ihm egal ist, ob der Iran die Atombombe besitzt. Er argumentiert für eine Abschaffung des US-Notenbanksystems, wie er gegen ausländisches US-Engagement ist. Pauls Ideen sind klug und realitätsfremd zugleich. Das alleine erzeugt eine Obergrenze an Zustimmung.

Bleibt Mitt Romney, der Kandidat der Mitte. Romney wird nicht geliebt, weil man ihn für zu glatt hält, für zu wenig überraschend, für zu taktisch. Das hat ihn bislang nicht aus dem 25-Prozent-Ghetto gebracht. Aber Romney wird zugetraut, mit Obama auf Augenhöhe kämpfen zu können. Das ist es was ihn zum Favoriten macht: Vernunft und Verstand, nicht Leidenschaft. Um gegen den versierten Wahlkämpfer Obama siegen zu können, mag es indes zu wenig sein.

Kommentare (8)

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ElDuderino

04.01.2012, 15:50 Uhr

"Er alleine kann eine Operation wie einen US-Wahlkampf von A bis Z organisatorisch bewältigen und dabei inhaltlich konsistent bleiben."

Ist das Ihr Ernst? Romney hat doch unzählige Male seine Positionen und Prinzipien geändert, weshalb er nicht umsonst als "Flip-Flopper" gilt. Selbst Santorum hält sein Fähnchen weniger in den Wind als Mitt Romney - über Ron Paul, der seit 30 Jahren konsequent die selbe Linie vertritt brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Vielleicht noch dieses: Ron Paul gilt als einziger Kandidat neben Romney, der den kompletten Wahlkampf durchhalten kann - organisatorisch wie inhaltlich, siehe Virginia Vorauswahl.

ElDuderino

04.01.2012, 15:50 Uhr

"Er alleine kann eine Operation wie einen US-Wahlkampf von A bis Z organisatorisch bewältigen und dabei inhaltlich konsistent bleiben."

Ist das Ihr Ernst? Romney hat doch unzählige Male seine Positionen und Prinzipien geändert, weshalb er nicht umsonst als "Flip-Flopper" gilt. Selbst Santorum hält sein Fähnchen weniger in den Wind als Mitt Romney - über Ron Paul, der seit 30 Jahren konsequent die selbe Linie vertritt brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Vielleicht noch dieses: Ron Paul gilt als einziger Kandidat neben Romney, der den kompletten Wahlkampf durchhalten kann - organisatorisch wie inhaltlich, siehe Virginia Vorauswahl.

ElDuderino

04.01.2012, 15:51 Uhr

"Er alleine kann eine Operation wie einen US-Wahlkampf von A bis Z organisatorisch bewältigen und dabei inhaltlich konsistent bleiben."

Ist das Ihr Ernst? Romney hat doch unzählige Male seine Positionen und Prinzipien geändert, weshalb er nicht umsonst als "Flip-Flopper" gilt. Selbst Santorum hält sein Fähnchen weniger in den Wind als Mitt Romney - über Ron Paul, der seit 30 Jahren konsequent die selbe Linie vertritt brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Vielleicht noch dieses: Ron Paul gilt als einziger Kandidat neben Romney, der den kompletten Wahlkampf durchhalten kann - organisatorisch wie inhaltlich, siehe Virginia Vorauswahl.

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