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20.03.2012

12:14 Uhr

USA

Böses Erwachen aus dem Amerikanischen Traum

VonMarkus Ziener

Die Chance, es weiter zu bringen - unabhängig von Herkunft, Erbe oder Netzwerken, das galt lange als „American Dream“. Zunehmende gesellschaftliche Schieflage führt dazu, dass er bedroht ist.

Mitt Romney beim Vorwahlkampf: Er hat keine Antworten auf die drängenden sozialen Fragen. dpa

Mitt Romney beim Vorwahlkampf: Er hat keine Antworten auf die drängenden sozialen Fragen.

WashingtonEs war das Thema der Occupy-Bewegung im vergangenen Jahr, und es war das Thema zu Beginn des republikanischen Vorwahlkampfs: Die wachsende soziale Ungleichheit in den USA hatte zuerst Tausende von Menschen gegen die Finanzelite der Wall Street auf die Straßen gebracht. Dann richtete sich der Zorn eines Teils der Öffentlichkeit gegen den Spitzenkandidaten der Republikaner, Mitt Romney. Der vielfache Millionär galt über mehrere Wochen als Sinnbild der ungerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen in Amerika.

Warum? Nicht nur hatte Romney sein Geld als kalt rechnender Firmensanierer verdient. Er zeigte auf Wahlkampfveranstaltungen auch noch wenig Herz für die Betroffenen von Konkurrenzdruck und Globalisierung. Spätestens im Herbst vor den Präsidentschaftswahlen wird das Streitthema deshalb mit voller Wucht zurückkehren. Denn das Team von Barack Obama wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Romney als rücksichtslosen Kapitalisten zu porträtieren.

Nur: Diese Diskussion geht am eigentlichen Kern des Problems vorbei. Denn was den Bürgern der USA vor allem Sorgen machen müsste, ist weniger die Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit. Denn sozial gerecht war die amerikanische Gesellschaft noch nie – und hat dies in Wahrheit auch noch nie angestrebt.

Mehr noch: Mit der Kritik der Occupy-Bewegung konfrontiert, ließen es sich manche prominente Politiker sogar nicht nehmen, diese als unamerikanisch zu geißeln. Der Unternehmer Herman Cain etwa, der noch vor ein paar Monaten so überraschend das Feld der Romney-Konkurrenten anführte, hatte wenig freundliche Worte für die Protestierer übrig: „Wenn ihr keinen Job habt und nicht reich seid – dann seid ihr selbst daran schuld.“ Für diese Einlassung erhielt Cain danach vor allem eines: Lob.

Die wirkliche Schwäche der amerikanischen Gesellschaft ist jedoch eine andere: Es ist die abnehmende soziale Mobilität.

Der Gesellschaftsvertrag Amerikas basiert seit dem Bestehen des Landes darauf, dass der Aufstieg zwischen den verschiedenen sozialen Klassen funktioniert oder wenigstens einigermaßen wahrscheinlich erreichbar ist. Daraus beziehen die USA bis heute einen Großteil ihrer Attraktivität: dass es in kaum einem anderen Land der Welt besser gelinge, Erfolg zu haben und sein Glück zu machen. Es ist diese Annahme, die über die vielen Nachteile des Lebens in Amerika hinwegsehen lässt – die Chance, es zu mehr zu bringen und dabei nicht von Herkunft, Erbe oder Netzwerken abhängig zu sein. Dies ist der Kern des „amerikanischen Traums“.

Kommentare (21)

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Peer

20.03.2012, 12:31 Uhr

Tja, welches Volk hat es auf Dauer überlebt, wenn man die an die Macht läßt, deren Dollar man nicht fressen kann.

Geld kann man nicht fressen.

Früher haben die Amis ihr Land regiert.
Heute regiert die FED

Account gelöscht!

20.03.2012, 12:34 Uhr

Und einige verblödete Deutsche halten den amerikanischen Weg immer noch für das Non plus ultra. Und affen alles nach, was übern teich kommt.

peer

20.03.2012, 12:34 Uhr

Früher hat Amika die Freiheit dieser Welt unterstützt

Heute unterstützten die USA die israelischen Kriegstreiber.

Wer plötzlich anfängt Unrecht zu unterstützen, wird damit zugrunde gehen.

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