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22.01.2007

05:03 Uhr

USA

Der Blick nach vorn

VonMarkus Ziener

Dass Hillary Clinton schon jetzt ihre Ambitionen auf das Präsidentschaftsticket der Demokraten aktenkundig machen musste und ein vorläufiges Wahlkomitee gründete, hat sie Barack Obama zu verdanken. Der junge Senator aus Illinois hat sie mit seiner fixen Ankündigung vor knapp einer Woche unter Zugzwang gesetzt.

Und damit die erste Vorwahlphase keine reine Obama-Show wird, musste Hillary Clinton reagieren. Der Euphorie, die der 45-Jährige seit Wochen schürt, will sie damit die Spitze nehmen und die Schlagzeilen zumindest mitbestimmen. Es wäre daher eine faustdicke Überraschung, wenn nicht beide schon bald endgültig ihre Kandidatur erklären würden. Tatsächlich können sich die US-Demokraten glücklich schätzen, dass sie zwei derart profilierte Bewerber aufbieten können. Zwar sind beide auf Grund von Herkunft und Geschlecht nicht a priori klassische Kandidaten für den amerikanischen Mainstream. Doch bei den Republikanern wird man mit Neid auf Obama und Clinton blicken. Denn das republikanische Personaltableau wirkt eher grau. Und dies ist in einem Land, das sich so gerne mit Personen identifiziert, ein echter Nachteil.

Dass Obama und Clinton eine derartige Aufmerksamkeit erregen, wirft aber auch ein Schlaglicht auf die allgemeine Situation in den USA. Obwohl bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2008 noch fast zwei Jahre vergehen werden, sind die Amerikaner bereits auf den Wechsel im Weißen Haus eingestellt. Dies ist ein Indiz für die Sehnsucht nach einem Neuanfang, den sich das Land wünscht. Analysten prophezeien bereits einen der längsten Wahlkämpfe, den die USA je erlebt haben. Andererseits heißt das aber auch, dass in den kommenden 20 Monaten von der aktuellen Administration politisch nicht mehr allzu viel zu erwarten sein wird. Der Blick ist bereits weit nach vorne gerichtet.

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