Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2012

12:54 Uhr

USA

Wirtschaftlicher Aufschwung für Obama

VonJosef Joffe

Bisher schienen die Republikaner die besten Wahlkampfhelfer von Barack Obama zu sein. Doch die neuen Wirtschaftsdaten aus den USA dürften den Präsidenten erfreuen - und seine Herausforderer verzweifeln lassen.

Die neuen Wirtschaftsdaten aus Amerika dürften Präsident Obama erfreuen. AFP

Die neuen Wirtschaftsdaten aus Amerika dürften Präsident Obama erfreuen.

Die Republikaner haben noch dreißig Vorwahlen vor sich, vor allem in den großen Staaten New York, Kalifornien, Texas und Pennsylvania. Dieser Hindernislauf ist noch für ein paar Überraschungen gut. Blicken wir deshalb auf den Mann, der schon feststeht: Barack Obama. Der liegt vier und fünf Punkte vor Mitt Romney und Rick Santorum, wie seit Wochen.

Obamas bester Wahlkampfmanager ist eine Republikanische Partei, die sich seit Monaten selbst dezimiert. Das ist nichts Neues, aber inzwischen hat Obama einen noch besseren Verbündeten gewonnen: die amerikanische Wirtschaft. Die erholt sich, als hätte Obama selbst Takt und Tempo vorgegeben, damit er in knapp sieben Monaten eine zweite Amtszeit einfahren kann.

Der jüngste Job-Report registriert 233.000 neue Arbeitsplätze für Februar; interessant an ihm sind die 33 000 jenseits der 200 000, die „über dem Durst liegen“. Denn 200 000 hätten bloß Stillstand signalisiert - den Jobgewinn, den der US-Arbeitsmarkt allmonatlich braucht, um die Neuen - Junge und Einwanderer - aufnehmen zu können. Der Februar ist jetzt schon der dritte Monat, in dem die magische Marke überschritten worden ist. Die Arbeitslosigkeit beträgt immer noch 8,3 Prozent, aber das sind zwei Punkte weniger als in der Rezession.

Es wird noch besser, zum Beispiel im Autosektor. Obwohl der geschrumpft ist, sind Autoverkäufe noch immer ein Treibsatz für die Konjunktur. Als die Wirtschaft sich 2010 zu erholen begann, blieb der Kfz-Markt zunächst unten. Die Leute kauften nicht, weil sie Angst hatten und Kredite kaum zu haben waren. Doch im Februar schnellte der Verkauf, gemessen am Vergleichsmonat 2011, um 15 Prozent nach oben.

Drei Jahre zurückgestaut, wird die Nachfrage weiter explosionsartig steigen. Denn im letzten Jahr waren die Autos auf Amerikas Straßen im Durchschnitt elf Jahre alt - so alt wie noch nie. Auch das Realeinkommen (nach Steuern) steigt kräftig und erlaubt den Amerikanern, wieder ihre Kreditkarten aus dem Gefrierfach zu holen und zugleich ihre Schulden weiter abzutragen.

Der griechische Staat würde jubeln, wenn sein Einkommen schneller stiege als sein Schuldenstand. Selbst dem immer noch maroden Immobilienmarkt geht es besser. Das gewaltige Inventar an unverkauften Häusern schmilzt, der Verband der Wohnungsbau-Unternehmer meldet jetzt schon im fünften Monat: Unsere Mitglieder schauen frohgemut in die Zukunft. Auch der Faktor Mensch hilft: All die jungen Leute, die sich jahrelang bei ihren Eltern verkrochen haben, verlassen das Nest, um sich ein eigenes zu bauen. Kurzum: Die Erholung funktioniert wie im Lehrbuch - endlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×