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31.01.2007

05:58 Uhr

Verbraucherpreise

Enger Spielraum

VonElga Lehari

Die größte Mehrwertsteuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Preisstabilität bisher nicht gefährdet. Und sie ist im ersten Monat auch nur zu einem geringen Teil bei den Verbrauchern angekommen. Dieses Fazit lässt sich aus den vorläufigen Inflationszahlen für Januar ziehen.

Zum Aufatmen besteht aber noch kein Grund. Im Januar haben viele Sondereffekte die im Detail durchaus sichtbare Überwälzung der Steueranhebung verdeckt. Dafür sorgten beispielsweise die saisontypischen Preisrückgänge bei Pauschalreisen und die gesunkenen Ölpreise. Deshalb zahlt der Autofahrer derzeit für Benzin nur so viel wie im November, obwohl sich Kraftstoffe auch durch die staatlich verordnete Beimischung von Biosprit verteuert haben. Außerdem begrenzt der knallharte Wettbewerb bei Möbeln, Kleidung und Unterhaltungselektronik die Spielräume zur Weitergabe von Steuererhöhungen. Gerade bei Textilien werden erst die Inflationsdaten für Februar, nach dem Ende des Saisonschlussverkaufs, mehr Aufschluss darüber geben, ob die Kunden für die Sommermode nicht doch stärker zur Kasse gebeten werden. Schwierig ist die Analyse außerdem, weil teilweise schon im Verlauf des letzten Jahres die Preise für manche Produkte schleichend erhöht wurden. Da lässt sich jetzt trefflich mit stabilen Preisen werben.

Alles in allem scheint sich der Preisauftrieb in Grenzen zu halten. Der private Konsum dürfte deshalb wieder anspringen, wenn die Müdigkeit nach dem Kaufrausch vor und nach Weihnachten demnächst verflogen ist. Zusätzlichen Auftrieb erhält er durch die Entlastung bei den Sozialabgaben und durch eine weiterhin günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. So verliert auch die größte Mehrwertsteuererhöhung Drohpotenzial.

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