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23.02.2004

06:58 Uhr

Manchmal kommt das Glück in der Maske des Unglücks“, so brachte dieser Tage ein Sparkassenchef die Situation bei der WestLB auf den Punkt. In der Tat ermöglicht die Krise bisher Unmögliches: Das angeschlagene Institut und die Sparkassen aus Nordrhein-Westfalen suchen den Schulterschluss. Fast drei Jahre brauchten sie, um den Graben zu schließen, der in zwei Jahrzehnten aufgerissen war. Lange hatte die Bank lieber in großem Stil heimische Industriepolitik mitgestaltet oder internationale Stützpunkte aufgebaut. Dagegen war ihr das Geschäft mit den heimischen Sparkassen langweilig und lästig.

Anfänglich hatte die WestLB Erfolg. Doch wenn auf Druck der Wettbewerbshüter Mitte nächsten Jahres die Staatsgarantien für Landesbanken auslaufen, steigen die Refinanzierungskosten für WestLB & Co., weshalb einige Aktivitäten unrentabel werden.

Schon als das Aus für die Staatsgarantien beschlossen war, hätte ein Schulterschluss zwischen WestLB und Sparkassen erfolgen müssen. Doch die Probleme mit Altlasten wie dem Verlustgeschäft Boxclever störten erste Annäherungsversuche.

Mit dem Start von Thomas Fischer als WestLB-Lenker gibt es nun eine zweite Chance. Und diese scheinen beide Seiten nutzen zu wollen. Neuerdings werben selbst jahrelange Kritiker aus dem Sparkassenlager für die WestLB.

Das tun sie vor allem aus zwei Gründen: Sie sehen eine Chance, mit der Bank lohnende Geschäfte zu machen. Zudem könnten die Sparkassen bald bei der WestLB das Sagen haben: Nur sie scheinen derzeit das Geld für die notwendige Kapitalerhöhung bereitstellen zu können. Das nährt bei den Sparkassen die Hoffnung, langfristig mit der WestLB gemeinsame Sachen machen zu können.

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