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25.08.2012

08:23 Uhr

Wiebes Weitwinkel

Wie man den Hinterbliebenen ein Chaos erspart

VonFrank Wiebe

Sterben und erben. Ein unbeliebtes Thema, das viele Unternehmer auf die lange Bank schieben. Doch ohne das Drehbuch für die „Zeit danach“ fährt man sein Unternehmen vor die Wand. Einsicht ist hier das Stichwort.

Frank Wiebe

Der Autor

Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Neulich sprachen auf einer Veranstaltung des Düsseldorfer Finanzforums Rechtsanwälte und Bankberater über ein unerfreuliches Thema: Was passiert, wenn ein Unternehmer stirbt? Eines wurde sehr schnell klar: Die Sache ist allein rechtlich schon sehr kompliziert.

So sind zum Beispiel Stiefkinder steuerlich Kinder, aber erbrechtlich keine Kinder. Außerdem gibt es Fälle, in denen Geschwister ein Pflichtteil beanspruchen können: wenn ein Elternteil den Firmengründer auch nur für kurze Zeit überlebt hat. Zudem kann niemand sicher sein, dass zum Beispiel beim Tod eines 90-jährigen Patriarchen nicht plötzlich eine ältere Dame um die 70 auftaucht und ihre Rechte als Kind beansprucht - eine uneheliche Geburt steht dem nicht entgegen. Außerdem stellt sich manchmal überraschend heraus, dass auch noch ausländisches Recht zur Anwendung kommt: je nachdem, wer welche Staatsangehörigkeit hat, wer an welchem Ort geheiratet oder wer wo welches Vermögen angelegt hat.

Sterben und Erben: ein unerfreuliches Thema, jedenfalls aus Sicht der jeweiligen Hauptperson. Das ist der Stoff, aus dem schlechte Filme gemacht werden - und echte Familiendramen, die sich anhören, als stammten sie aus solchen Filmen. Will man seinen Lieben Ärger ersparen, dann empfiehlt sich, rechtzeitig zusammen mit fähigen Beratern ein gutes Drehbuch für die "Zeit danach" zu entwerfen. Denn es zeugt ja nicht wirklich von Größe, die eigene Unersetzlichkeit dadurch nachzuweisen, dass man den Nachfahren Chaos hinterlässt.

In der Praxis, das zeigte die Diskussion der Praktiker, sind die rechtlichen Probleme noch der einfache Part. Die größten Schwierigkeiten lassen sich mit dem Schlagwort beschreiben: "mangelnde Einsicht". Dabei geht es vor allem um die Tatsache, dass jeder Mensch sterblich ist. Glaubt man den Praktikern, dann nimmt die Weisheit in diesem Punkt mit zunehmendem Alter eher ab als zu.

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