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22.01.2008

11:00 Uhr

Börsencrash am 21. Januar 2008

Pressestimmen: Ende einer wüsten Party

VonDaniel Lenz

Wie die internationale Wirtschaftspresse die weltweiten Kurseinbrüche an den Börsen beurteilt. Eine Übersicht.

Das » Wall Street Journal sieht in den Kurseinbrüchen an den Börsen weltweit – darunter in Indien um 7,4, in London (FTSE) um 5,5 und Frankreich (CAC-40) um 6,8 Prozent – eine Bestätigung dafür, dass sich die europäischen und asiatischen Wirtschaften doch nicht vom Klima der USA abgekoppelt haben. „Die gestrigen Verkäufe zeigen, dass Europa und Asien auf einem unruhigen Ritt sind, während die US-Wirtschaft versucht, sich wieder einzurenken. Die Händler in diesen Märkten vertrauen dem ,temporären' Stimulus-Paket, über das Washington diskutiert, offenbar genauso wenig wie wir“.

Die » FAZ ist unsicher, ob auf die schweren Kurseinbrüche auch diesmal eine Erholung folgen wird. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Lage in den Industrienationen spürbar verschlechtere. „Die Finanzmarktkrise, die nach den Banken nun auch die Versicherungen erreicht hat, ist offensichtlich noch lange nicht beendet. Zwar sollten Zusammenbrüche großer Finanzhäuser ausbleiben, die Schwäche vieler Banken könnte in den kommenden Monaten aber eine zurückhaltendere Vergabe von Krediten zur Folge haben. Darunter würde das Wirtschaftswachstum leiden.“ Fazit der Frankfurter: Grund zur Panik an den Aktienmärkten gebe es derzeit zwar nicht, aber leider auch keinen zur Zuversicht.

Auch die » Financial Times Deutschland zeigt sich wenig zuversichtlich. Kurzfristig drohe eine Rezession in den USA sowie ein kräftiger Wachstumseinbruch in einigen Ländern Europas, die ähnliche strukturelle Muster wie die USA aufwiesen – besonders britischen Firmen könnte die Puste ausgehen, falls ihnen die Banken immer stärker den Geldhahn zudrehten. „Wer jahrelang – wie etwa Amerikaner, Engländer oder Spanier – über seine Verhältnisse gelebt hat, kann nach einem Quartal der Entsagung nicht schon wieder auf den Putz hauen. Diesen schmerzlichen Prozess können auch die Notenbanken nicht verhindern, höchstens lindern“, glaubt die FTD.

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