Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2009

08:10 Uhr

Internationale Presseschau vom 28.1.2008

Verändern oder verloren

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse erstellt eine Agenda zum heute beginnenden Weltwirtschaftsforum in Davos im Zeichen der Weltwirtschaftskrise. Vedomosti und Referans betrachten die Hürden und Hoffnungen rund um die Nabucco-Pipeline. Outlook India schaut hinter die Fassade von Price Waterhouse in Indien. Fundstück: Achtung, finanzielle Pornografie.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wiretschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wiretschaftspresse.

In der Presse aus Österreich blickt Kofi Annan auf das heute beginnende Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Lehre aus dem vergangenen Jahr sei: "Die aktuelle Misere hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Regierungen den Markt durchgreifend regulieren. Gleichwohl müssen sie auch über ihre Landesgrenzen hinausschauen und das langfristige Bild im Auge behalten. Reichere Nationen dürfen sich nicht auf finanzielle Zwänge berufen, um ihre Entwicklungshilfeversprechen an die Ärmsten der Erde zu kürzen", mahnt Annan. In dieser Situation seien solide globale ökonomische, finanzielle und politische Institutionen gefragt, außerdem radikale Reformen, damit sich mehr Länder und Stimmen am Entscheidungsprozess beteiligen könnten. "In Davos müssen die wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsträger demonstrieren, dass sie verstehen: Unsere Welt hat sich für immer verändert. Und auch wir müssen uns ändern - oder wir sind verloren."

Im Interview mit CNN geht der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, davon aus, dass die Stimmung in Davos diesmal anders sein werde: "Sie wird betroffener sein, ernster, bescheidener; die Teilnehmer sehen, dass sie zu einem gewissen Teil als Führer der Welt gescheitert sind. (... ) Wir sind alle gescheitert." Kennzeichen der neuen Welt nach der Krise sei der "Dienst an der Gesellschaft": Es gibt nicht nur eine Finanzkrise, wir haben es hier auch mit dem Klimawandel und der Krise in Afrika zu tun." Auf die Frage, ob er Entschuldigungen von Führungskräften, zum Beispiel von Bankern erwarte, erklärt Schwab: "Ich hoffe, dass wir einige hören werden."

Die Gulf Times aus Katar wundert sich nicht darüber, dass in diesem Jahr mit 40 Staatsführern und 36 Finanzministern (neben den Zentralbankern und 1400 Führungskräften) die Zahl der Regierungsvertreter doppelt so hoch sei wie im vergangenen Jahr: Die vielen "Mega-Bailouts" hätten entsprechend viele Banken in die Hand des Staates geführt. Während das ursprüngliche Ziel des 1971 gegründeten Forums darin bestanden habe, das Unternehmertum in alle Ecken der Welt zu tragen, seien die Ökonomen dieses Mal damit beschäftigt, die "Grabinschrift zum Kollaps des Kapitalimus" zu verfassen. Absolute Priorität schreibt das Blatt der Wiederbelebung der Doha-Runde zu. "Die globale Wirtschaft benötigt solch einen Durchbruch, um zumindest einen Teil des Trübsinns zu beseitigen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×