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04.01.2010

09:11 Uhr

Presseschau

Am Regulierungssystem hängt der künftige Erfolg

VonMidia Nuri

Die internationale Wirtschaftspresse beschäftigt zu Jahresanfang vor allem der Blick in die Zukunft. In Spanien sind die führenden Unternehmen besonders optimistisch, so Expansión. Der Financial Express hofft, dass der asiatisch-pazifische Raum zum Gravitationszentrum der Weltwirtschaft wird. Fundstück: In Ehe und Familie investieren lohnt sich.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Für die Vereinigten Staaten zeichnet das Wall Street Journal ein denkbar trübes Bild - nicht nur für das neue Jahr, sondern gleich das gesamte Jahrzehnt. Das BIP-Wachstum werde zwischen 2009 und 2019 wohl nahe am durchschnittlichen Wachstum von 1,9 Prozent sein, das die USA zwischen 1999 und 2009 erzielt hätten. "Die schlechteste Performance seit den 30er Jahren, der Dekade der Großen Depression in den USA", erinnert das Blatt. Die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sei getrieben von Regierungsstimuli. Es sei leicht, über die US-Wirtschaft missgestimmt zu sein, zitiert das WSJ den Produktivitätsexperten Dale Jorgenson. Er attestiert dem Land einen Produktivitätsabfall von zwei auf 1,5 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Auch Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz ist der Zeitung zufolge schlecht gestimmt. Ein robustes Wachstum sei so bald unwahrscheinlich. Gemeinsam mit Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff warnt Stiglitz, die nächste Krise sei bereits im Anmarsch, wenn nicht das US-Regulierungssystem verbessert werde. Als einzigen Lichtblick sieht das WSJ die Aussichten in Fernost. "China und Indien sollten weiter die Weltwirtschaft antreiben, was wiederum den Vereinigten Staaten helfen würde", zitiert das Blatt Ökonomen. Durch die so steigenden Exporte sei womöglich sogar die Rückkehr zur Vollbeschäftigung möglich, beruft sich das WSJ auf Harvard-Ökonom Martin Feldstein.

Die US-Wirtschaft sei noch krank, räumt die britische Financial Times ein. Aber die Untergangsstimmung habe sich bereits gelegt, stellt die britische Wirtschaftszeitung fest. Die Gefahr sieht das Blatt nun allerdings darin, dass sich die Politiker entspannen und ihre Gedanken von der Notwendigkeit neuer finanzieller Regeln abschweifen lassen werden. Der Bedarf an besseren Regeln sei größer als vor der Krise, ist die FT überzeugt. Sie gibt Kritikern der US-Regierung recht, die einen neuerlichen finanziellen Kollaps für wahrscheinlich halten. Der Vorwurf: Die Regierung sorge sich um Institutionen, die zu groß zum Scheitern seien, und treibe deren Konsolidierung voran, um kurzfristig für Stabilisierung zu sorgen - aber zu welchen langfristigen Kosten? "Sie haben den Punkt erfasst", so die FT. Letztlich komme es darauf aber nicht in erster Linie an. "Finanzregulierungsstandards zu fixieren ist eine hochkomplexe Herausforderung und es kommt auf die Details an", gesteht das Blatt zu. Aber egal, ob die Wegmarke nun "Too big to fail" heiße oder eine Trennung von kommerziellem und Investmentbanking - Finanzinstitute werden die Idee in jedem Fall hintertreiben, erwartet das Blatt. Schließlich kommt jede Neuerung einer Steuer auf ihr Wachstum gleich. "Von den vielen Schlachten, die man in diesem Bereich auch kämpfen mag, ist das die Schlacht, die einfach gewonnen werden muss", hält die FT fest.

Optimistisch blicken die führenden spanischen Unternehmen in das neue Jahr, berichtet die Wirtschaftszeitung Expansión . Man vertraue darauf, dass sich die ersten Anzeichen einer Erholung der spanischen Wirtschaft 2010 bewahrheiten und die Nachfrage - sowohl im Binnenmarkt als auch international - weiter zunehmen werde. Trotzdem bestehe kein Zweifel an der Tatsache, dass sich die spanische Wirtschaft im Vergleich zu anderen europäischen Ländern langsamer erholen werde. Die erwartete Arbeitslosenquote von 20 Prozent im Jahr 2010 dürfe zusätzlich für Kopfschmerzen sorgen, kommentiert die Zeitung. Lediglich der beachtliche Erfolg der am IBEX gehandelten Unternehmen Telefónica, Santander, Iberdrola, Ferrovial, BBVA und Inditex im Ausland könne da für Hoffnung sorgen. Insbesondere die Geschäfte in dem von der Wirtschaftskrise weniger betroffenen Lateinamerika und neuen Märkten wie Indien und China können Unternehmen wie Santander und Inditex helfen, ihre Verluste im Heimatland Spanien auszugleichen.

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