Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2011

07:20 Uhr

Presseschau

Amateurstunde im Weißen Haus

Die Internationale Wirtschaftspresse debattiert Barack Obamas mit Spannung erwartete Rede zum Jobwachstum, Challenges wundert sich über Trichets Wutausbruch, und Liebesbriefe sollen die US-Post retten. Die Presseschau.

Obamas Rede werde die öffentliche Meinung nicht ändern, meint das Wall Street Journal. dpa

Obamas Rede werde die öffentliche Meinung nicht ändern, meint das Wall Street Journal.

Wiesbaden„Lassen Sie uns den Tatsachen ins Auge schauen“, fordert der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg auf: „Hätte der Präsident einen Plan für mehr Jobs, hätte er den nicht bis jetzt geheimgehalten.“ Barack Obama habe keinen solchen Plan – und das sei auch nicht sein Job. Stattdessen müsse die Regierung die Bedingungen gewährleisten, in denen der Privatsektor sie schafft – dies solle sein Ziel sein. Die vorgetragenen Pläne dürften nicht neu sein, und Obama sei auch nicht der einzige, der nun mit voluminösen Maßnahmenkatalogen herauskomme. „Ich würde auf eine große Idee setzen, so lange es eine gute ist“, schreibt die Kommentatorin.

Barack Obamas größter Fehler als Präsident sei gewesen, der Jobkrise nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet zu haben, ist auch die US-Wirtschaftszeitschrift Businessweek überzeugt. Nicht dass er keinen Plan gehabt hätte – nur habe der nicht gereicht. Die alles heilende Silberkugel werde es nicht geben. „Doch es gibt Wege zur schnelleren Erholung“, schreibt das Blatt. Infrastrukturinvestitionen, Staatenhilfen, Fortbildungsprogramme, Hypothekenreformen, um die zu befreien, die von Hauskrediten erstickt werden, und Umzugshilfe für alle, die wegen der Arbeit wegziehen wollen. „All diese Maßnahmen sind für eine rasche Erholung entscheidend.“ Obama müsse vor allem das Ausmaß des Problems deutlich machen - „solange noch Zeit ist, es anzusprechen“.

„Amerika steckt in einer sterilen Debatte, in der die Linke reklamiert, die Regierung gebe nicht genug aus, während die Rechte beharrt, dass die Regierung Jobs zerstöre“, schreibt der Economist. Nachfragestützung solle unbedingten Vorrang haben. Doch die westlichen Ökonomien hätten sich auf kontraktorische Politik verlegt. Hauptschuldiger sei ein kollektiver, voreiliger Schwenk zur fiskalischer Sparsamkeit. Europas Mittelmeerökonomien könnten viel von Deutschland lernen.

„Herr Obama sollte in den Niederlanden und Dänemark nach Ideen Ausschau halten, um ein antiquiertes Arbeitslosensystem und seine Trainingspläne zu verbessern“, schlägt das Blatt vor. Jedenfalls werde dieser Schlamassel so schnell nicht beseitigt sein. „Selbst wenn das Wachstum anzieht, wird die Arbeitslosigkeit auf mehrere Jahre hinaus beängstigend hoch sein.“ Viele Gegenmittel wie etwa Fortbildung, bräuchten Zeit. Darunter würden viele Leute leiden müssen.

Grundsätzliche Neuerungen werde Obama angesichts der politischen Blockade in Washington kaum in die Wege leiten können, erwartet die Financial Times Deutschland. Das sei ärgerlich, denn prinzipiell gingen Obamas Pläne in die richtige Richtung. Mit bis zu 300 Milliarden Dollar wolle er dem Arbeitsmarkt auf die Beine helfen, der ohne einen staatlichen Anreiz nicht in Gang zu kommen scheine. Eine Arbeitslosenquote von um die zehn Prozent komme teurer als jeder Stimulus.

„Sosehr dieser Begriff in der US-Debatte vergiftet ist, ohne die von der Regierung bislang aufgelegten Konjunkturprogramme stünde es um die US-Wirtschaft noch schlechter“, ist die FTD überzeugt. Deals werde Obama den Republikanern trotzdem anbieten müssen. Er müsse das Geld so auftreiben, dass es der Konjunktur wenig schadet. Und er muss das Geld da einsetzen, wo es am meisten nützt, etwa mit gezielten Zahlungen an Unternehmen, die Jobs schaffen. „So kann er den großen Tönen zumindest kleine Schritte folgen lassen.“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Bjarki

09.09.2011, 11:31 Uhr

Amateurstunde im Westfluegel des weissen Hauses. Treffender geht es nicht. Reden halten, der erste schwarze Praesident sein, Friedensnobelpreistraeger zu sein, das reicht nicht: Fatal, in der schwersten Krise einen Schwaetzer als Praesidenten. Carter laesst gruessen. Die naechste Rede kommt bestimmt. Yes we can ( do nothing)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×