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22.06.2011

07:47 Uhr

Presseschau

Angst vor der großen Panik an den Märkten bleibt

Griechenlands Staatschef Papandreou hat im Parlament triumphiert, doch die schwierigsten Herausforderungen warten noch auf ihn: Die Kommentatoren der Zeitungen sehen eine Staatspleite als so gut wie sicher an.

Proteste in Athen: Die Wirtschaftspresse ist skeptisch, ob sich die Lage beruhigen wird, und warnt vor Panik. Quelle: dpa

Proteste in Athen: Die Wirtschaftspresse ist skeptisch, ob sich die Lage beruhigen wird, und warnt vor Panik.

Durch das Votum werde es wahrscheinlicher, dass das griechische Parlament bis zum Ende des Monats die geplanten Einsparungen in Höhe von 28 Milliarden Euro durchwinkt, meint das Wall Street Journal. „Die Vertrauensfrage ist ein starkes Signal, dass die Regierung vereint ist“, zitiert das Blatt den unabhängigen Politik-Experten Anthony Livanios. „Das ist definitiv ein Sieg für Papandreou.“

Die Frage sei nicht, ob Griechenland bankrott gehe – dies sei sicher –, sondern, ob die Wirtschaft im Anschluss wieder zu einer „mäßigen Gesundheit“ finden werde, schreibt die britische Financial Times. Daran sei zu zweifeln, weil das Land nicht genügend wettbewerbsfähig sei. Und vor diesem Hintergrund spricht sich die Financial Times dagegen aus, die Staatspleite durch Finanzspritzen weiter hinauszuzögern. Außerdem müsse die EU in dieser Situation viel stärker die anderen schwächelnden Kandidaten stützen, besonders Irland, wo eine Umschuldung nötig sein könnte.

Guy Verhofstadt, von 1999 bis 2008 Ministerpräsident von Belgien, führt die Krise Europas im Wiener Standard auf die mangelnde wirtschaftspolitische Steuerung zurück. Statt gemeinsam zu agieren, seien die Mitglieder der Eurozone mehr und mehr ihre eigenen Wege gegangen. Vor diesem Hintergrund nützten alle Bekenntnisse zu koordiniertem Handeln und Solidarität nichts, da die EU-Kommission über keine Instrumente verfügt, um der Finanzkrise auf Basis einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik gegenzusteuern. „Wenn die europäischen Staaten gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen wollen, müssen sie in größeren Maßstäben denken und dem gemeinsamen Unternehmen der EU mehr (und nicht weniger) Vertrauen entgegenbringen.“

Die New York Times fragt nach den Risiken einer griechischen Pleite für US-Banken und zuckt mit den Schultern. Zwar seien die Institute keine großen Kreditgeber gegenüber dem Mittelmeer-Land, doch ihr griechisches Engagement erfolge in Derivaten. Hintergrund: Sollte der Staat bankrott sein, wäre eine europäische Bank, die sich bei einer US-Bank mit Credit Default Swaps gegen eine Griechen-Pleite abgesichert hatte, berechtigt, vom US-Institut ausgezahlt zu werden.

Dass Derivate auch drei Jahre nach der Krise von AIG – die ebenfalls durch Derivate entstanden sei – weiterhin unreguliert seien, zeige, dass sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise zu wenig getan habe und wie viel unternommen werden müsse, um eine Wiederholung irgendwo auf der Welt zu verhindern, lautet das Fazit der New York Times.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.06.2011, 08:46 Uhr

Warum sagt niemand die Wahrheit über Griechenland? Dann
erkläre ich es mal zum Verständnis. Die damalige ROT/GRÜNE
Koallition hatte ein Ziel,die Türkei in die EU aufzunehmen.
Eine Aufnahme ohne die Griechen wäre nicht möglich gewesen, daher
nahm man Griechenland auf verschönte die Bilanzen und trug den Euro bis vor die Grenzen der Türkei.Ein schwächeln der
Griechen glaubte man mit ein paar Millionen Euro aus der Welt zu schaffen. Die Griechen fühlten sich in der EU wohl
und es war bekannt, dass die satten Staaten der EU mit Geld nur um sich werfen. Korruption gibt es in allen Staaten und wird sogar noch gefördert. Wer kennt sie noch
die Zeit, als man mit einer AOK Karte die ganze Familie Zahntechnisch versorgen konnte. Wo Richter in der Türkei gegen Bares jeder älter machten um vorzeitig die Rente zu bekommen. Wenn also ein paar Millionen Griechen die EU ins wanken bringen kann, dann wird eine Korrupte Türkei die EU
zum einstürzen bringen. Alles in allen haben marode Politiker die Eu auf ein Fundament gesetzt, dass aus Treibsand besteht. Nun geht es ans reparieren und das dauert mindestens ein Jahrzehnt. Die Griechen als Schlusswort sind das, was die EU und speziel Deutschlands Politiker aus ihnen gemacht haben. Das Erdogan hier
besonders gefördert wird in seinen Wahlkämpfen ist mittlerweile jeden klar. Sogar Hartz IV Türken bekommen das
Geld um in die Türkei zum wählen zu fahren. Korruption
bekämpft man als erstes zu Haus, dann wird es woanders weniger.

Account gelöscht!

22.06.2011, 11:07 Uhr

In den Medien wird alles etwas übertrieben dargestellt. Griechenland ist kein Armes Land, Griechenland hat ein deutliches Problem mit Korruption, Politikern und der Organisation des Staates. Die Ressourcen in Griechenland sind nicht gerin. Man kann keine Schulden in 2 Jahren abbauen. Deswegen sieht auch bei Privatinsolvenz das Gesetz ein Verfahren von 6 Jahren voraus. Wieso glaubt man, dass es in Griechenland sofort passieren müsste?
Dort finden im Moment Reformen statt, die vielleicht in 5 Jahren greifen. Meiner Meinung nach kann durch Reformen eine Armotisierung erst in frühstens 10 Jahren stattfinden.

Warum wird also tagtäglich in den Medien davon berichtet? Es gibt Personenkreise die auf ein Bankrott Griechenlands spekulieret haben und dadurch ihre Gewinne erzielen möchten. Daher wird mit allen Mitteln versucht Griechenland jetzt und sofort totzuquatschen.
Guten Morgen Deutschland und willkommen in der Realität.

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