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11.10.2011

07:12 Uhr

Presseschau

Besetzt Mainhattan

VonMaxim Kireev

Die internationale Wirtschaftspresse macht sich Sorgen um Europas Banken, entwirft Szenarien einer möglichen Rettung – und fordert die Bevölkerung dazu auf, der „Occupy Wall Street“-Bewegung zu folgen - in Deutschland.

Die Frankfurter Bankentürme. dpa

Die Frankfurter Bankentürme.

„Die Bankenkrise, die zu einer Staatenkrise wurde, ist wieder zu einer Bankenkrise geworden“, beschreibt das österreichische Wirtschaftsblatt die aktuelle Lage in Europa. In Form von Abschreibungen und Verlusten bei der Erste Group habe diese nun früher als befürchtet Österreich erreicht. Dabei sei die Bankenkrise nie weg gewesen. Die versuchte Rettung Griechenlands sei schon immer eine verkappte Bankenrettung gewesen. Endgültig demaskiert hätten diesen Zusammenhang Merkel und Sarkozy, die sich auf eine Rettung des europäischen Finanzsektors geeinigt hätten. „Steht ein solches Paket, kann man Griechenland opfern“, meint die Zeitung. Die Regel, dass Staatsanleihen im Gegensatz zu privaten Krediten kein Kernkapital gegenübergestellt werden müsse, habe Banken dazu verleitet, Bonds ins Portfolio aufzunehmen. „Inzwischen wissen wir, dass Staatsanleihen alles außer einem sind: Risikolos“.

Die britische Financial Times zeigt auf, wie eine Bankenrettung in Europa funktionieren könnte, die auch von den Wählern leichter akzeptiert würde als eine Übernahme der Schulden von Pleitestaaten. Eine mögliche Lösung bestehe darin, die Mittel aus dem EFSF-Fonds zu verwenden, um Banken gegenüber Garantien auszusprechen, falls diese eine freiwillige Verlängerung der Anleihenlaufzeit akzeptierten. Das Gute dabei sei, dass Staatsanleihen kein Kapital bei den Banken binden würden, sodass dieses für Kreditvergabe zur Verfügung stünde. „Damit werden die Schulden in den Bilanzen quasi eingezäunt“, meint das Blatt. Dies erlaube es Ländern, über eine Umstrukturierung als Alternative zu selbstzerstörerischen Sparprogrammen nachzudenken, ohne eine Kreditklemme auszulösen.

Hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy seinerzeit die Titanic gesteuert, hätten sie vorschlagen, den Eisberg zu umschiffen, ohne zu sagen wie, spottet der Economist. So seien auch nach der Einigung, die Banken zu rekapitalisieren, fast alle Details offen geblieben. Man müsse Merkel und Sarkozy jedoch zugestehen, dass auch dies ein Fortschritt sei. Außerdem sei es nicht einfach, einen präzisen Mechanismus auszuarbeiten. Zunächst stelle sich die Frage, ob der Stabilitätsmechanismus EFSF zum Einsatz komme, oder ob jedes Land allein für seine Banken verantwortlich sei. Auch sei unklar, welche Art von Kapital injiziert werden solle.

„Occupy Wall Street“: Geht auf die Straße

Die Süddeutsche Zeitung fordert Deutsche dazu auf, den Demonstranten der „Occupy Wall Street“- Bewegung zu folgen. Im vierten Jahr der Finanzkrise gehe es erneut darum, die Banken zu retten. Dies zeige, dass momentan eine gigantische Umverteilung zu Lasten der Bürger laufe. Wer dagegen protestieren wolle, sei bei deutschen Parteien schlecht aufgehoben. „Die Volksparteien wirken wie Getriebene der Märkte“, kritisiert das Blatt. Da werde es Zeit, dass auch in Deutschland Bürger auf die Straße gingen. „Nicht um den Kapitalismus abzuschaffen, sondern um ihn zu reformieren“, meint die SZ. Die Forderungen: weniger Einfluss der Finanzmärkte, Schranken für Banken und eine gerechtere Verteilung der Krisenkosten.

Kommentare (7)

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Realo

11.10.2011, 08:53 Uhr

Die Banken und die Finanzmärkte müssen zwingend in die Schranken gewiesen werden. Denn Gier und unverantwortliches handeln unterschiedlicher Akteure zerstören auf Dauer die Realwirtschaft und die Stabilität der Länder. Dies wird noch zu riesigen Problemen führen. Leider.

Account gelöscht!

11.10.2011, 09:11 Uhr

Wenn jetzt der SChuldenschnitt von 60% durchgezogen wird, verlieren die Anleihen welche die Banken halten auf SChlag: 60%. Das wirkt sich dann doch sicherlich negativ auf die Aktienkurse dieser Finanazistitute aus oder?

BerlinoSiebzig

11.10.2011, 09:37 Uhr

Was leider in dem Artikel unbeachtet blieb, ist das es sich bei der Occupy Wall Street Aktion grundsätzlich nur um eine von vielen Aktionen weltweit handelt, die in Vorbereitung stehen zum 15.10.2011 den Tag an dem weltweit für einen globalen Wandel des wirtschaftlichen und Gesellschaftlichen Systems demonstriert wird u. welcher als eine Art Auftaktkundgebung anzusehen ist.

Weltweite Mobilisierung:
http://15october.net/de/
unter „where“ kann man auch die meisten geplanten Aktionen in Deutschland bereits sehen!
Berliner Aktion startet am 15.10.2011 um 13.00 Uhr am Neptunbrunnen:
http://www.facebook.com/event.php?eid=223853597672895
Info auch unter: www.alex11.org

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