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23.11.2011

07:19 Uhr

Presseschau

Bringt die Aufseher zur Räson!

VonDaniel Lenz

Die europäische Bankenaufsicht EBA erntet für ihre Pläne Kritik von den Medien: Sie wolle die Commerzbank mit den verschärften Kapitalregeln wohl sturmreif schießen. Die „sozialen Kosten“ seien immens. Die Presseschau.

Die europäische Bankenaufsicht EBA will die Bedingungen für die Kapitalberechnung verschärfen. Medien warnen vor den negativen Folgen eines solchen Schritts. dpa

Die europäische Bankenaufsicht EBA will die Bedingungen für die Kapitalberechnung verschärfen. Medien warnen vor den negativen Folgen eines solchen Schritts.

Die europäische Bankenaufsicht EBA will die Bedingungen für die Kapitalberechnung verschärfen, was bei zahlreichen Banken die Lücke vergrößern würde. Die Commerzbank braucht Finanzkreisen zufolge wahrscheinlich deutlich mehr Kapital als bisher angenommen, nach bankinternen Berechnungen rund fünf Milliarden Euro.

Die Börsen-Zeitung attackiert die EBA, die im Sommer fast die robust durch die Krise gekommene Helaba gegen die Wand gefahren habe und jetzt offenbar die Commerzbank sturmreif schießen wolle. Die Berechnungsgrundlagen für den EBA-Blitzstresstest würden so lange manipuliert, befürchtet das Blatt, „bis die Gelben garantiert durch die Prüfung rasseln“.

In dieser Situation sei das wahrscheinlichste Szenario, dass das teilverstaatlichte Institut erneut die Hilfe der Steuerzahler in Anspruch nehmen werde. Es sei denn, die europäischen Aufseher kämen zur Besinnung und die Verantwortlichen der Londoner Behörde würden zur Räson gebracht.

Die Financial Times Deutschland erinnert daran, dass mit dem wachsenden Druck auf die Banken, die Kernkapitalquote zu stärken, auch die „sozialen Kosten“ stiegen: nicht nur durch die mögliche Stützung systemrelevanter Banken, sondern durch eine eingeschränkte Kreditvergabe und den Verzicht der Banken auf die Finanzierung wohlfahrtssteigernder Geschäfte. Diese suchten händeringend nach Kapital, statt es zur Verfügung zu stellen. „Das sollte, bei aller Notwendigkeit zur Regulierung, nicht die Zukunft der Banken sein.“

Bei CNBC widmet sich der Banken-Analyst Dick Bove der von der US-Notenbank aufgelegten neuen Stresstest-Runde, bei der die Institute Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo unter die Lupe genommen würden. Investoren sollten darauf nicht ängstlich reagieren, da es keinen Hinweis darauf gebe, dass die Federal Reserve mit Blick auf die US-Banken besorgt sei.

Selbst bei einer Verschlimmerung der europäischen Schuldenkrise wären die US-Banken nicht gefährdet, sich „anzustecken“. Im Gegenteil, die Institute profitierten von der europäischen Banken-Krise, was sich in den Bilanzen niederschlagen werde. Hintergrund: Die europäischen Banken verkauften amerikanische Assets an amerikanische Banken zu reduzierten Preisen.

Kommentare (3)

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23.11.2011, 08:24 Uhr

Wann wird den Deutschen endlich klar, daß sie keine Freunde haben auf dieser welt?

steve

23.11.2011, 09:48 Uhr

Das Geschätsmodell der Banken ist nicht tragfähig. Zu lange hat man hingeschaut, immer höhere Eigenkapitalrenditen wurden durch viel zu wenig Eigenkapital ermölgicht. Was muss ein Dienstleister, im margenschwachen Bankengeschäft, eine Ziel-Eigenkapitalrendite von 25% haben? Die Banken haben von Haus aus eine viel zu geringe Eigenkapitalquote. Sehr kritische Anmerkungen zu Banken finden sich im Buch Spielgeld-ein neues Wirtschaftssystem.

Account gelöscht!

23.11.2011, 10:49 Uhr

Wenn Deutschland zahlt, dann haben wir jede Menge Freunde, sei es in Europa oder den USA, aber besonders in Israel.

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