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18.01.2012

08:08 Uhr

Presseschau

Der „Blitzableiter“ bei Yahoo

VonDaniel Lenz

Nach dem überraschenden Abschied von Yahoo-Gründer Jerry Yang suchen die internationalen Wirtschaftsmedien nach den Ursachen der Demission. Am Ende habe ein Streit in Asien den Ausschlag gegeben.

Der einst erfolgreiche Online-Riese sucht heute nach einem Weg aus der Misere. AFP

Der einst erfolgreiche Online-Riese sucht heute nach einem Weg aus der Misere.

Zwei Wochen, nachdem bei Yahoo ein neuer Firmenchef vorgestellt wurde, verabschiedet sich der Mitgründer Jerry Yang aus dem Unternehmen. Die Wall-Street-Journal-Schwester AllThingsD, die seit Jahren intensiv über die Krise bei Yahoo berichtet, sucht nach Gründen für den plötzlichen Abschied Yangs. Unter Bezugnahme auf zahlreiche Quellen aus dem Unternehmen schreibt das Technologie-Blog, dass Yang am Ende genug hatte und er außerdem erkannt habe, dass viele Mitspieler inner- und außerhalb des Unternehmens genug von ihm hatten. In den vergangenen Jahren sei Yang zum „Blitzableiter“ für alle Probleme geworden, die Yahoo in den vergangenen Jahren erfahren habe. Besonders die großen Investoren hätten zuletzt erklärt, dass Yangs Präsenz im Unternehmen problematisch sei.

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Der Co-Gründer habe in den vergangenen Jahren einige Fehler gemacht, insbesondere, als er das Übernahme-Angebot von Microsoft 2008 ausgeschlagen habe, rekapituliert Marketwatch. Möglicherweise habe der neue CEO Scott Thompson verlangt, dass ihm kein früherer Firmenchef über die Schulter schaue, vermutet der Wirtschaftsdienst. Investoren hofften nun, dass mit Yangs Ausscheiden ein Neustart des angeschlagenen Unternehmens einhergehe.

Die New York Times geht davon aus, dass der Streit um den Verkauf von Tochtergesellschaften in Asien den Ausschlag für Yangs Abschied gegeben habe. In der Frage, ob sich das US-Unternehmen von Anteilen an Yahoo Japan und Alibaba trennt, habe Yang eine andere – da skeptische – Haltung als der Rest des Board vertreten und so die Verhandlungen ausgebremst.


Der Economist erinnert an die Bemühungen von Daniel Loeb, Gründer des Hedge-Fonds und Yahoo-Aktionärs Third Point, Yang aus der Firma zu drängen. Loeb habe dem Yahoo-Gründer übel genommen, im vergangenen Jahr mit Private-Equity-Firmen verhandelt zu haben. Diese könnten die Kontrolle bei Yahoo übernehmen, ohne einen Mehrheitsanteil zu kaufen, so die Befürchtungen des Aktionärs. Zuletzt habe es Gerüchte gegeben, dass Loeb sogar einen Proxy-Kampf anzettelt, um mehrere Board-Mitglieder aus dem Unternehmen zu drängen.

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