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20.05.2011

07:58 Uhr

Presseschau

Der IWF als Selbstbedienungsladen Europas

VonMidia Nuri

Die Internationale Presse fordert Europa auf, den IWF aus ihrem Würgegriff zu befreien und die USA, keine Staatspleite an die Wand zu malen. Außerdem: Wie moderne Piraterie den Buchverkauf ankurbelt. Die Presseschau.

Umstrittene Option: Christine Lagarde (l.) könnte Strauss-Kahn (r.) auf dem IWF-Chefposten ablösen. Quelle: Reuters

Umstrittene Option: Christine Lagarde (l.) könnte Strauss-Kahn (r.) auf dem IWF-Chefposten ablösen.

WiesbadenLa Tribune lotet die Chancen der französischen Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde auf den Chefposten des IWF aus. Insider seien sich einig, dass erneut die Europäer zum Zuge kommen sollten: "Immerhin gibt Europa das meiste Geld in den Fonds, und die Arbeit des Fonds konzentriert sich derzeit auf Europa." Einvernehmen herrsche auch darüber, dass sich im europäischen Zirkel Frankreich und Deutschland einig sein müssten.

"Der Name Christine Lagarde fällt immer wieder, viele meinen, dass sie eine hervorragende Kandidatin wäre. Doch kann der IWF riskieren, eine Frau auf den Posten zu holen, die demnächst in einen Rechtsstreit verwickelt sein könnte?", fragt das französische Blatt - und verweist auf den Fall Bernard Tapie. Lagarde hatte ihm eine hohe Entschädigung zugesprochen, weil sich dieser von der staatlichen Bank Crédit Lyonnais betrogen fühlte, ihr drohe deswegen ein Verfahren. Andererseits scheine sie sogar Chancen in Schwellenländern zu haben: "Bei einem Treffen der Asiatischen Entwicklungsbank in Hanoi sollen viele anwesende Minister eine Frau für den IWF favorisiert haben: Christine Lagarde."

Die als Strauss-Kahn-Nachfolgerin gehandelte Lagarde werde "die Geldschleusen für die Krisenländer weit öffnen und schlechtem Geld gutes hinterher werfen", fürchtet dagegen die Wirtschaftswoche. Der IWF drohe zu einem Selbstbedienungsladen Europas zu verkommen. Die ungeschriebene Regel, nach der der Chefsessel des IWF einem Europäer und der der Weltbank einem Amerikaner zustehe, sei nicht zu halten.

Doch mitten in der Schuldenkrise wolle sich Europa über den IWF-Chefposten den uneingeschränkten Zugang zu Billigkrediten für Griechenland, Portugal und Co. sichern. "Für die Zukunft des Währungsfonds und das Geld der Steuerzahler wäre es daher besser, man befreite den IWF aus den Klauen der Europäer und vergäbe den Top-Job in Washington rasch an einen stabilitätsorientierten Ökonomen aus einem großen Schwellenland."

Kommentare (2)

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SeriousSam

20.05.2011, 08:47 Uhr

Vor allem micht schon wieder ein Franzose. Der Franzose DSK hat den IMF mißbraucht, um Portugal, Irland und Griechenland Geld zuzuschustern, mit dem französischen Banken etliche Milliarden an riskanten Krediten bedient wurden.

Der Franzose Trichet hat das ebenso mit der EZB gemacht, das dürfte auch der wahre grund für den Ausstieg von Axel Weber sein.

Lagarde ist demeslben Primat verpflichtet: dem Schutz und der Rettung französischer Finanzinistitute, koste es die Steuerzahler anderer Länder, was es wolle.

sankt-augustin244

20.05.2011, 09:45 Uhr

Die Staatschulden der USA belaufen sich laut http://www.usdebtclock.org/ auf 14,38 Billionen (engl. Trillion) und nicht wie im Artikel geschrieben, Milliarden. Solche Verwechslungen sind meines Erachtens verheerend, weil der Eindruck entsteht, daß es egal ist, ob ein Staat Millionen, Milliarden oder Billionen Schulden hat.

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