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12.12.2011

07:16 Uhr

Presseschau

Der Kampf um die Klimapolitik geht weiter

VonPeggy Pfaff

Die internationale Presse zeigt sich in der Bewertung des Klimagipfels in Durban gespalten: Zwar wurde ein historischer Durchbruch geschafft. Doch die Erderwärmung sei nicht gestoppt, neue Kämpfe über die globale Klimapolitik drohten. Die Presseschau.

Demonstranten während der Klimakonferenz in Durban. dapd

Demonstranten während der Klimakonferenz in Durban.

„Für einige war sie historisch, für andere zutiefst enttäuschend“, zieht die Financial Times ihr Fazit aus der Klimakonferenz in Durban. Doch eins stehe fest: „Über die Details werden noch Kämpfe ausgefochten werden.“ Denn die Vereinbarung, dass alle Länder, mehr oder weniger, die Emission von klimaschädlichen Gasen reduzieren und ein Abkommen schließen wollen, sei letztlich ein Kompromiss. „Die kommenden Jahre, der ganze Prozess bis zum Abkommen, wird ein Prozess voller Kompromisse sein.“ Vor allem sei fraglich, inwieweit diese dieses Abkommen tatsächlich rechtlich verbindlich sein könne: „Diese rechtliche Verbindlichkeit ist so vage gehalten, dass sie wie ein Katalysator für künftige Kämpfe wirkt.“

Die Süddeutsche übt sich in Optimismus: Durban habe keine Lösung gebracht, aber zumindest die Aussicht darauf: „Erstmals in der Geschichte der Klimadiplomatie wollen sich alle Staaten auf ein rechtlich verbindliches Abkommen einlassen.“ Immerhin sei Klimapolitik ein „zähes Geschäft“, der Kampf gegen die Erderwärmung sehr komplex: Er tangiere Fragen der Verteilung und Gerechtigkeit zwischen der entwickelten und der weniger entwickelten Welt, bestimme er doch durch die Begrenzung von Treibhausgasemissionen die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften. Auch werfe er Fragen von historischer Verantwortung und globaler Solidarität auf. Der Wille, ein rechtlich verbindliches Abkommen zu schließen, beende jedoch jene „verhängnisvolle Freiwilligkeit“, mit der sich z. B. die USA bislang aus der Verantwortung ziehen konnte. Weil das Abkommen jedoch erst 2020 in Kraft treten soll, bedeute das neun weitere Jahre Ausstoß - die Erderwärmung habe Durban somit nicht aufhalten können.

Nicht viel mehr als eine „Laufkarte“ sieht Les Echos in dem Ergebnis des Klimagipfels - der Zeitplan, den sich die Teilnehmer verordnet haben, um bis 2015 ein Abkommen zu schließen. „Und in Kraft treten soll dieses Abkommen dann bis 2020!“ Die internationale Gemeinschaft habe sich auferlegt, den Temperaturanstieg der Erde auf zwei Grad zu begrenzen. „Doch die Versprechen, die die einzelnen Nationen abgegeben haben, werden das nicht bewirken - ganz im Gegenteil: Eine Studie, die in Durban präsentiert wurde, zeigt, dass wir von einem Anstieg um 3,5 Grad ausgehen müssen.“ Offenbar habe man ein Scheitern des Gipfels verhindern wollen - und deshalb das „minimalstmögliche“ Ergebnis herausgeholt.

Der Business Standard aus Indien begrüßt das Ergebnis der Klimakonferenz vor allem aus einem Grund: „Die reichen, entwickelten Länder wollten eine Vereinbarung, die jedem Land einen gewissen Emissions-Spielraum zugesteht, ohne jedoch den Spielraum zu berücksichtigen, den sie selbst schon in der Vergangenheit genutzt haben. Das wurde in Durban erstmals deutlich und so auch wahr genommen.“ Der Kampf in den vergangenen 14 Tagen sei vor allem darum gegangen. Doch Länder wie China, Indien oder Brasilien forderten zu Recht, dass auch ihre Wirtschaft wachsen darf und Wohlstand bringt, und dass sei zwangsläufig mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden.“ Durban sei deshalb ein Wendepunkt. Nun müsse dafür gekämpft werden, dass die „Durban Plattform“ nicht ins Leere laufe und die „Klima-Apartheid“ so weiter verschärft wird.

Kommentare (9)

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Otto

12.12.2011, 07:52 Uhr

Die NGO kämpfen verbissen um die Geldtöpfe, weil immer mehr Länder aus dem Klimaunsinn austreten. Nur unser "unglaublich schlauer" Umweltminister hält noch an dem CO2-Märchen fest, damit er nicht in die Bedeutungslosigkeit sinkt.
Nun ist der Bürger wach und ballt die Faust in der Tasche!
Mal sehen wann auch bei uns die Klimakatastrophe untergeht, denn selbst das Klima hat sich für die Richtung kalt entschieden!

Peer

12.12.2011, 08:55 Uhr

Beste Skisaison seit 14 Jahren … in Schottland!
Sonntag, 3. Januar 2010 , von Freeman um 22:00

Grossbritannien erlebt den kältesten Winter seit 30 Jahren und Schottland versinkt im Schnee. Im Skigebiet von CairnGorm Mountain (1'245m) ist es die beste Skisaison seit 14 Jahren, mehr als 8'000 Skifahrer und Snowboarder waren über Weihnachten auf den Pisten unterwegs. 15'000 Wintersportler sind seit Anfang Dezember zu Besuch gekommen, im Vergleich zu 2'000 im Jahre 2008.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Beste Skisaison seit 14 Jahren … in Schottland! http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/01/beste-skisaison-seit-14-jahren-in.html#ixzz1gIxw9gbh

Birgit

12.12.2011, 11:20 Uhr

Der Chef einer österreichischen Werbeagentur soll gesagt haben, dass sich Firmen wie Knauf-Insulation, Phillips, Siemens und weitere um des eigenen Geschäftes willen um den Klimaschutz kümmern, habe ich irgendwo mal gelesen und natürlich recherchiert. Durch die Gründung der Denk- und damit auch Beeinflussungsfabrik EASE wird das mittels sprachlich ungünstiger Formulierung im eigenen Blog der Firma Knauf-Insulation klar bestätigt:

http://www.knaufinsulation.com/de/node/1947

Tja, wer die eigene Sprache nicht beherrscht, ist unfähig, unerkannt zu bleiben!

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