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06.05.2011

07:16 Uhr

Presseschau

Deutschland spielt den Moralapostel

VonMidia Nuri

Nach Bin Ladens Tod blickt die internationale Presse auf die Reaktionen der Weltöffentlichkeit, Les Echos gratuliert dem BNP-Chef zum Tabubruch und die Ökonomen Keynes und Hayek steigen in den Ring. Die Presseschau.

Wie umgehen mit dem Tod Osama Bin Ladens? Quelle: dpa

Wie umgehen mit dem Tod Osama Bin Ladens?

Düsseldorf„Was anfangen mit der weltweiten Reaktion auf die Tötung von Osama Bin Laden?“, fragt sich das Wall Street Journal. Euphorische Amerikaner in der Nähe des Weißen Hauses und von Ground Zero. In Pakistan Reaktionen von Beschämung, dass Bin Laden so nah bei einer Militärakademie gelebt habe, über Ärger über die verletzte nationale Souveränität bis zu offener Trauer, berichtet das Blatt. Hamasführer Ismail Haniyeh in Gaza habe die Verfolgung und Tötung eines arabischen heiligen Kriegers verdammt. Und dann sei da noch die Sicht von Deutschlands Moralkriegern.

Bundeskanzlerin Angela Merkels Reaktion, „sie sei froh“, lobt das WSJ als schnelle und furiose Reaktion. Für Katrin Göring-Eckhardt als Christin sei es dagegen kein Grund zum Feiern, wenn jemand gezielt getötet worden sei, wundert sich das Blatt. „Selbst Guido Westerwelle, Frau Merkels Außenminister, habe sich von den Bemerkungen der Kanzlerin distanziert. Der Spiegel habe sogar noch einen draufgesetzt, regt die Zeitung sich über die Aussage des Herausgeber auf, wenn Präsident Obama Bin Laden „in den Hafen eines internationalen Gerichtshofs“ eingefahren hätte, wäre das Recht vielleicht auf Amerikas Seite gewesen. „Dazu können wir nur sagen: Es ist jammerschade, dass Deutschlands Moraltruppe nicht vorher mal in Abbottabad gewesen ist, um die mutige Festnahme zu vollführen“, ätzt die Wirtschaftszeitung.

Die Feiern zu Bin Ladens Tod signalisieren für Bloomberg eine neue Ära. „Als jemand, der das als unziemlich kritisierte Gefühl der Erleichterung teilt, würde ich glauben, dass die Feiern viel mehr galten, als nur dem Tod eines Massenmörders“, schreibt die Kommentatorin. Sie seien – vielleicht ein wenig voreilig, aber hoffentlich nicht zu sehr – die dieser Generation eigene Version der Kussfotos am Times Square am VJ-Tag gewesen, dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bin Ladens Tod sei eine Erinnerung gewesen: „Dies war der wirkliche Feind.“ Nicht der nie enden könnende Krieg gegen den Terror, abstrakt und Orwellsch wie er gewesen sei. Und während es sicherlich andere geben werde, die in seinem Namen und dem von Al-Kaidas Ideologie an die Zerstörung gehen würden, sei er endlich gestoppt worden. Nicht auf einem Schlachtfeld, sondern in einer Nachtaktion, die alle Jahre des Kriegs irrelevant und schäbig hätten aussehen ließen.

„Es ist Zeit, den Krieg zu beenden, der mehr Feinde geschaffen als erobert hat“, fordert der US-Wirtschaftsnachrichtendienst. Diese Erkenntnis sei Sonntagnacht gefeiert worden. „Nun müssen wir zurück auf das Ende von Weltkrieg II schauen, um unsere nächsten Schritte zu planen.“ Marschallpläne seien in Ordnung, humanitäre Hilfe und Wachsamkeit notwendig. „Bomben und Waffen werden für diese Herausforderung nicht gebraucht.“ Stattdessen Lehrer, Doktoren und Ingenieure.

Dank des arabischen Frühlings, habe der Islam die beste Chance seit Generationen, gemeinsam mit der Politik Institutionen zu gründen, in denen religiöses und ziviles Leben koexistieren kann, freut sich der britische Economist. „Das wäre eine entsetzliche Zurückweisung von Herrn Bin Ladens Ideologie des universalen Kampfs der Muslime. Ermutigen könne der Westen dies, indem er sich nicht auf Gegenterrorismus verlasse. Außerdem solle der Westen die Anstrengungen des arabischen Frühlings unterstützen. Sein Tod komme erst, wenn die arabische Meinung zumindest in eine neue Richtung fließe. „Die Chance ist zu gut, sie zu verschwenden“, findet das Blatt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.05.2011, 10:33 Uhr

Ein Hamburger Richter hat Angela Merkel wegen ihrer äusserungen zu Osamas Tod verklagt.Wer nicht aus Hamburg kommt muss wissen, dass etliche linke Richter hier, Urteile sprechen die jedes Rechtsverständnis auf den Kopf stellen.
Täter werden in Hamburg zu Opfern deklariert und Opfer werden durch den Staat verhöhnt. Alle Politiker die Osama nachweinen
wünsche ich eine neue RAF an den Hals, die sich dann
wie gehabt nur mit Politikern und ihren Bossen beschäftigen.Dieser Staat ist korrupt verlogen und wird von der Geldmafia regiert.

Account gelöscht!

06.05.2011, 11:22 Uhr

zum größten Teil Zustimmung zu Ihrem Beitrag.
Ich habe so das Gefühl, dass wir ohnehin bald eine zweite RAF bekommen, denn immer mehr wachen auf.
Die Politiker der letzen ca. 20 Jahre haben unser Land in den Abgrund geführt.
Kohl war EU-hörig, ihm fehlte der wirtschaftliche Durchblick. Und dieser Wahn von Europa hat Ausmaße angenommen, die zum Nachteil Deutschlands sind. Abr das sagt keiner ehrlich, sondern alle machenw weiter mit. Die sind sich nicht klar, dass sie den Weg ebnen, für neue Verwerfungen in Europa. Es gibt keinen Staat Europa und das muß endlich begriffen werden
Wie sagte Prof. Hennis mal in einem Interwiev: "Kohl war für die CDU ein Verhängnis"
Dann kam Rot-Grün, da haben die Grünen ihre ganze kapitalistische Fratze gezeigt, heute laufen sie wie Rattenfänger durchs Land und gerieren sich als bürgerliche-soziale Partei. Und dann kam die 150%ige Ossi Merkel, die mit Demokratie nichts am Hut hat
Deutschland hat ein großes Problem: wir haben keine Bildungseliten mehr, wir haben jede Menge Geldeliten die sich unsren Staat unter den Nagel gerissen haben.
Dann haben wir jede Menge selbst ernannter Expertem, diese Hüthers, Raffelhüschen und wie sie alle heißen, die kräfitg am Untergang unseres Staates mitmachen. Nur leider haben wir keine Fachleute mehr.
Deutschland ist bis in seine tiefsten Wurzeln verfault.
Wir brauchen eine zweite Stunde Null.
Und ja, die linken Richter in unsrem Land sind ein Problem
Und solche angeblichen lupenreinen Demokraten aus der ehemaligen DDR wie diese Katrin Göring-Eckhardt, tun ein übriges.
Die verdummten Bürger,die heute alles hinnehmen, was "die da oben" sagen, würden auch einen 2. Hitler wählen und das sollte uns Angst machen.
1933 läßt immer mehr grüßen, damals war es Diktatur von rechts, heute wird es eine sein von links
Man kann wirklich Angst kriegen
Ich habe eine Flucht vor den Kommunisten hinter mir, wo sollen wir dann hin?

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