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05.04.2012

08:04 Uhr

Presseschau

Draghis Abschied vom Bundesbank-Vorbild

Die EZB lässt den Leitzins auf Rekordtief. Das dürfte den europäischen Krisenstaaten helfen, für Deutschland aber eher zum Problem werden. Die Wirtschaftspresse hat den Schritt kritisch aufgenommen. Die Presseschau.

EZB-Präsident Mario Draghi. dapd

EZB-Präsident Mario Draghi.

Die EZB hat den Leitzins in der Eurozone auf dem Rekordtief von einem Prozent belassen. Das war erwartet worden. Kritisch aufgenommen wurden aber die anschließenden Worte des italienischen EZB-Chefs  Mario Draghi, für den es eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes so bald nicht geben soll. 

„Einmal mehr macht sich der Südländer die Welt wie sie ihm gefällt und verschleiert die wahre Dramatik der Situation. Eine EZB nach Vorbild der Bundesbank wird es unter dem Ex-Goldman-Sachs-Banker Draghi nie geben“, kritisiert die Wirtschaftswoche. Ähnlich bewertet die Financial Times Draghis Rede.

Laut Börsen-Zeitung waren „die Kombination aus zwei Leitzinssenkungen, der abermaligen Lockerung des Sicherheitenrahmens, den intensivierten Anleihekäufen sowie den Dreijahreskrediten als Reaktion auf zugegeben schwache monetäre Daten zu viel des Guten.“

Die Süddeutsche Zeitung titelt mit „Warnung vor dem billigen Geld“ „Das hilft vielleicht den Krisenstaaten, für Deutschland könnten günstige Kredite eher ein Problem werden. Manche Ökonomen warnen schon vor einer Immobilienblase“, schreibt die Zeitung weiter.

Wir könnten uns an die Zwei vor dem Komma gewöhnen müssen“, kommentiert das Handelsblatt die weiteren Inflationsaussichten.

Kommentare (11)

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Alice

05.04.2012, 08:01 Uhr

Draghi und Monti werden es schon richten. Im Sinner der Südländer. Der reiche Norden wird weiterhin bluten müssen. Stoßen wir an auf eine schuldenreiche Zukunft in Europa. Wünsche allen frohe Ostern.

gdopamin

05.04.2012, 08:33 Uhr

Tja wie heißt dass so schön: „Wer aus der Geschichte nix lernt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen.“

Auf der eine Seite Brüningsche Sparpolitik und auf der anderen Seite Flutung der Märkte mit Schulden.

Das die Entschuldung des Staates über Inflation in der Regel nicht gelingt, wenn das Vertrauen in stabiles Geld und in die Zentralbank erst einmal weg sind, ist ja nichts Neues.

Unser lieber Herr Junker hat nicht umsonst vor einem halben Jahr schon gefordert, die so genannten „Zweitrundeneffekte“ zu verhindern.

Im Klartext: Liebe Bürger wir werden euch jetzt mit ca. 10% Inflation /a enteignen und nun haltet mal bitte schön still!!!

Das das nicht funktioniert, zeigen die netten Lohnforderungen und Tarifabschlüsse von über 6%. Und somit beginnt sich langsam aber sicher eine Spirale zu drehen, die uns Deutschen nur zu bekannt vorkommen dürfte.

Aber diesmal werden wenigstens auch die Südländer in den „Genuss“ einer Hyperinflation kommen.

Account gelöscht!

05.04.2012, 08:36 Uhr

Nicht Herr Draghi ist das Problem, sondern die deutsche Politik, die ihm tatenlos zusieht.
Herr Draghi wird weiter munter Geld verteilen und schert sich einen Dreck darum, dass dabei die Kaufkraft des Euros zerstört wird.
Im übrigen verletzt er damit Regeln und Gesetze, aber das interessiert anscheinend heute keinen mehr.
Die Herren Weber und Stark sind zurückgetreten, Herr Weidmann kläfft ein bischen und das war's dann.
Wozu haben wir einen Finanzminister in Berlin und 16 Finanzminister in 16 Bundesländern, wenn von denen dazu gar nichts kommt?

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