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16.04.2012

07:38 Uhr

Presseschau

„Ein Kontinent begeht Selbstmord“

VonDaniel Lenz

In Spanien entscheidet sich das Schicksal der Eurozone, sind sich internationale Medien einig. Doch die von Berlin und der EU verabreichten Medikamente drohten die gesamte Währungsunion zu zerstören. Die Presseschau. 

In Spanien wird wegen der harten Sparmaßnahmen gestreikt. Reuters

In Spanien wird wegen der harten Sparmaßnahmen gestreikt.

Spaniens krisengeschüttelte Banken hängen immer stärker von der EZB ab. Die Geldinstitute des Landes borgten sich im März mit rund 316 Milliarden Euro fast doppelt soviel wie im Februar von der EZB, meldet das Handelsblatt.

Die spanische Krise müsse mit einer Rekapitalisierung der Banken und einem Zurechtstutzen des Finanzsektors gelöst werden, fordert die britische Financial Times. Doch die Privatwirtschaft habe kein Interesse daran und die Regierung sei überfordert. Am Ende werde die Entwicklung entweder in einen katastrophalen Ausstieg Spaniens aus der Eurozone oder eine Fiskalunion münden, die einen gemeinsamen Unterstützungsfonds der Eurozone für den Finanzsektor umfasse.

Spanien bleibe das Schicksalsland für die Euro-Zone, kommentiert das Handelsblatt. Dort werde sich entscheiden, ob das europäische Experiment gelingen könne, durch eine rigide Sparpolitik mitten in einer Rezession wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. 

Dieses Experiment sei zum Scheitern verurteilt, schimpft Paul Krugman in der New York Times. Die europäischen Staatenlenker seien dabei, für den gesamten Kontinent wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen. Denn nach den Rettungseinsätzen der EZB setzten die Regierungen fatalerweise ihren Sparkurs fort. Mit Blick auf Spanien erklärt der Wirtschaftsnobelpreisträger, dass die fiskalischen Probleme dort eine Folge der Depression seien, nicht deren Ursache. Dennoch sehe das Rezept aus Berlin und Frankfurt weitere Sparmaßnahmen vor.

Der Spiegel zitiert David Milleker, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Union Investment, der davon ausgeht, dass der Rettungsschirm der EU nur für die Länder ausreiche, die bereits jetzt schon Hilfen bekommen (Portugal, Irland und Griechenland), nicht aber für Spanien und erst recht nicht für Italien. Allein Spanien benötige bis Ende 2015 unter optimistischen Annahmen 436 Milliarden Euro, um die alten Schulden zu bezahlen und neue Defizite zu finanzieren.

Kommentare (32)

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smarty_32

16.04.2012, 07:53 Uhr

Es kam wie es kommen musste!
Man hätte frühzeitig auf Herrn Henkel hören muessen und seine Idee vom Nord-und Südeuro zumindest ernsthaft prüfen bzw. umsetzen sollen. Europa ist kein homogener Staat sondern ein Vielvökergebilde, man braucht ein Getriebe um alle "Voksrädchen" miteinander zu verbinden.
eine zweistufige Währung hätte sicher ALLEN geholfen, jetzt muss die Bundesbank und der Staat bürgen, vorstrecken, zahlen und den Ländern im Süden ist damit überhaupt nicht geholfen!
Diese Rechnung wird für die CDU sehr teuer ausgehen, nach der FDP kann die CDU ihre politische Insolvenz einleiten!
Die SPD und Grünen können gleich mit gehen, es wird Zeit neue politische Kräfte zu organisieren. Herr Henkel Deutschland wartet auf Sie!

vandale

16.04.2012, 08:15 Uhr

Die Medienaussagen das die "Sparpolitik" an allem Uebel schuld sei und D gefälligst das Ausgabenverhalten Südeuropas zu alimentieren habe, sind ziemlich abwegig. Das insbesondere Staaten mit schrumpfender Bevölkerung und Wirtschaftskraft ihre Ausgaben an die Einnahmen anpassen sollten, ist sehr naheliegend. Letztlich ist das grosszügige Ausgabeverhalten und die entstandenen Schulden Ursache der Krise.

Durch die radikalfeministische Ideologie, mit dem Leitbild der dominanten Karrierefrau sind die Geburtenraten in Europa massiv gesunken. Mittlerweile kommt die Rechnung in Form hoher Alterslasten.

Die destruktive Oekoreligion mindert das Industriewachstum und belastet die Gesellschaft mit hohen Kosten.

Dadurch sinken die Einkommen. Die Staaten können diesen Rückgang nicht dauerhaft durch eine grosszügige Ausgabenpolitik kompensieren.

Vandale

hamp

16.04.2012, 08:22 Uhr

http://www.deutschland.net/content/esm-ermaechtigungsgesetz-landesparteitag-der-piratenpartei-nrw-lehnt-esm-einstimmig-ab-und

Auf dem Landesparteitag vom 14. und 15. April 2012 hat die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen ein Positionspapier einstimmig verabschiedet, welches sich gegen die ESM-Bank richtet und außerdem einen Volksentscheid in dieser Sache fordert. Hier der Wortlaut des Papiers:

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