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19.01.2010

08:39 Uhr

Presseschau

Ende der Milliardenschlacht

VonMaxim Kireev

Die internationale Wirtschaftspresse fiebert dem Ende des Übernahmekampfes um den britischen Süßwarenhersteller Cadbury entgegen. Die Financial Times warnt die Investoren von Monsanto vor möglichen Probleme mit den Behörden. Fundstück: NASA verhökert Spaceshuttles.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der Übernahmekampf um Großbritanniens größten Süßwarenhersteller Cadbury steht unmittelbar vor der Entscheidung, berichtet das Wall Street Journal. Nach Informationen des Blatts werde die Übernahme von Cadbury durch den amerikanischen Lebensmittelkonzern Kraft heute morgen bekannt gegeben. Im September habe Kraft noch rund 16,5 Milliarden Dollar für Cadbury geboten, allerdings hätten die Amerikaner ihr Angebot nun auf 19 Milliarden aufgebessert, was einem fünfprozentigen Aufschlag auf den aktuellen Börsenwert gleichkomme. In der Vergangenheit habe das Cadbury-Management wiederholt den Einstieg des Konkurrenten Hersheys bevorzugt. „Ein Zusammengehen mit Cadbury würde Kraft in den höchsten Rang des weltweiten Süßwarengeschäfts katapultieren“, schreibt das Blatt. Besonders Cadburys Zugang zu wachsenden Märkten wie Indien und Brasilien mache das Unternehmen für Kraft so begehrenswert.

Der Kraft-Konkurrent Hershey plane seinerseits ein Gegengebot für Cadbury, schreibt die Financial Times Deutschland. Die Gerüchte um das Hershey-Gebot dürften nicht ganz zufällig am Montag aufgetaucht sein. Sie könnten dazu dienen, den Preis für das Unternehmen in die Höhe zu treiben, just bevor die Frist für Kraft, sein Gebot aufzubessern, am Dienstag ablaufe. „Doch Cadbury muss hoffen, dass Kraft zum Zuge kommt, denn Hersheys Angebot ist für beide riskant“, meint das Blatt. Der US-Hersteller sei nur halb so groß wie Cadbury und würde sich hoch verschulden müssen, um die Übernahme zu stemmen. Auch strategisch könne Hershey dem britischen Konkurrenten nicht viel bieten: „Hershey ist fast ausschließlich im langsam wachsenden US-Markt vertreten“, erklärt die Zeitung.

Der Wirtschaftsnachrichtensender CNBC fragt, ob der größte Kraft-Aktionär Warren Buffett mit einem Aktienanteil von neun Prozent seinen Segen für die Übernahme von Cadbury geben würde. Trotz Buffetts öffentlich geäußerter Sorge, Kraft könnte zu viel für den britischen Konzern bezahlen, stehe der Deal kurz vor der Unterzeichnung. Bereits im September habe Buffett das damalige 16-Milliarden-Gebot als einen saftigen Preis bezeichnet. „Er kann nicht glücklich darüber sein, dass Kraft nun weitere drei Milliarden draufpackt“, meint der Sender. Andererseits wolle Kraft nun auch einen höheren Anteil der Übernahmesumme in Bar statt mit seinen eigenen Aktien zahlen. Dies sei gut für Buffett und Berkshire, schließlich sei die steigende Kraft-Aktie eine „teure Währung, um die Übernahme zu bezahlen“.

 

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