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21.07.2011

07:15 Uhr

Presseschau

EU-Sondergipfel: Einig, aber nicht geschlossen

VonBarbara Bierach

Die internationale Presse spekuliert, worauf sich Kanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy bei der Griechenland-Rettung geeinigt haben. Kann die Finanzbranche eine Banken-Sondersteuer noch abwenden?

Ein Eurosymbol über Europa auf einem beleuchteten Globus. Quelle: dpa

Ein Eurosymbol über Europa auf einem beleuchteten Globus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben nach heftigem Ringen eine gemeinsame Position zur Rettung des hoch verschuldeten Griechenland gefunden, meldet die Financial Times. Damit dürften die Regierungschefs der Eurozone bei ihrem am morgen beginnenden Sondergipfel in Brüssel wohl das zweite Hilfspaket  für Athen auf den Weg bringen. Konkrete Ergebnisse des siebenstündigen Gesprächs im Berliner Kanzleramt wurden in der Nacht zum Donnerstag nicht mitgeteilt.

Der Rettungsplan umfasse nun 71 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds und 50 Milliarden Euro, die über eine Besteuerung der Banken in der Eurozone herein kommen sollen, schreibt das Blatt. Auf der Suche nach einer Linie waren Trichet, Merkel und Sarkozy gestern spät zu Beratungen zusammengetroffen. Im Zentrum des Gezerres stand die Beteiligung von Banken und Versicherungen an einem Paket. Berlin bestand bislang darauf, die EZB fürchtet aber, eine Rettung unter Heranziehung des Privatsektors würden die Ratingagenturen als teilweisen Zahlungsausfall werten, was wiederum die Finanzmärkte erschüttern könnte.

Im kleinen Kreis soll sich Sarkozy allerdings ziemlich harsch über die zögerliche deutsche Haltung bei den Griechenland-Hilfen geäußert haben, zitiert die Süddeutsche Zeitung das französische Blatt Le Canard Enchaîné. Dem zufolge habe Sarkozy gesagt: „Die Griechen tun, was sie können, und sie haben schon eine Menge erreicht. Die einzigen, die es an Solidarität fehlen lassen, sind die Deutschen.“ Sarkozy soll kurz vor einer Kabinettssitzung in der vergangenen Woche vor Vertrauten gesagt haben: „Der deutsche Egoismus ist kriminell, er verlängert die Krise.“ Wie ernstzunehmend diese Informationen sei allerdings unklar: Das Blatt sei sowohl für seriösen Enthüllungsjournalismus als auch für satirische Beiträge bekannt.

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