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13.10.2011

07:55 Uhr

Presseschau

Europas Banken - Schrumpfkur statt Kapitalspritze

VonBarbara Bierach

Die internationale Presse beschäftigt sich mit der Forderung nach dicken Pleitepolstern für Banken, Les Echos staunt über das Polit-Theater in Bratislava, und warum Steve Jobs nicht als Vorbild taugt. Die Presseschau.

Société Générale in Paris: Die Bank will lieber "schrumpfen" als teuer neues Kapital aufzunehmen. Bloomberg

Société Générale in Paris: Die Bank will lieber "schrumpfen" als teuer neues Kapital aufzunehmen.

SydneyViele europäische Banken wollten lieber schrumpfen, als sich den von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vorgeschlagenen neuen Kapitalregeln zu unterwerfen, meint die Financial Times. Die französischen Banken BNP Paribas and Société Générale hätten bereits gesagt, sie würden lieber Teile ihres Anlagenvermögens verkaufen, als teuer neues Kapital aufzunehmen. Diesem „radikale Ansatz“ würden sich große Banken in Italien, Spanien und Deutschland anschließen.

So eine  „Schrumpfstrategie“ werde zu Ärger mit den Politikern und Regulierungsbehörden führen, meint das Blatt, wenn sie dazu führe, dass die Banken ihren Kunden weniger Kapital leihen und so die wackelige Erholung im Euroraum gefährden. Barroso habe zwar keine konkrete Kapitalquote genannt, aber die Aufsichtsbehörde European Banking Authority EBA sei „entschlossen, die Quote höher als erwartet anzusetzen“; die Rede sei von neun Prozent. Die Banken jedoch „hassen es, sich zu frischen Kapitalspritzen zu verpflichten, wissen sie doch, dass die nur von den Abschreibungen auf Staatsanleihen aufgesogen werden“, fasst das Blatt zusammen.

Die Börsen-Zeitung begrüßt den Barroso-Vorschlag, der so „das Publikum darauf vorbereitet hat, was vom EU-Gipfel am 23. Oktober zu erwarten ist“. Dass die Kapitalmärkte zuletzt so positiv auf die Ankündigungen eines Gesamtpakets reagiert hätten, zeige, dass nicht nur in der Bevölkerung Sehnsucht nach einem großen Wurf herrsche.

Nun komme es darauf an, dass sich Europas Regierungen und die EU-Kommission nicht wieder über Einzelpunkte in die Haare kriegen. Denn sonst wäre von vornherein „die Chance vertan, den Teufelskreis des Zweifels an der Solidität von Banken und Staaten zu durchbrechen,“ schreibt das Blatt. Doch nun gebe es ein wenig Hoffnung, „es könnte dieses Mal gelingen, dass sich Europa in weitgehendem Einvernehmen präsentiert“.

Kommentare (2)

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nik

13.10.2011, 09:15 Uhr

Dass die Slowakei die Eurozone derart in Bedrängnis bringen konnte, zeige aber, wie gravierend die Mängel in der europäischen Führung seien: „Die Agentur Fitch Ratings hat moniert, dass vor allem die politischen, seit Monaten anhaltenden Unsicherheiten in der EU zur Verschärfung der Krise beitragen.“

Ja stimmt.;D Die Diktatur ist noch nicht 100 % funktionstüchtig. Da muss schon noch der letzte Hauch Demokratie ausgemerzt werden.

Kostolany

13.10.2011, 09:15 Uhr

Die Lösung könnte auch der präventive Verkauf von
Staatsanlaeihen Italiens sein,
weg mit Schaden, alles zum Steuerzahler rüberschieben,
der hat ja auch die Schulden gemacht.

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