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06.12.2011

07:31 Uhr

Presseschau

Eurozone in der Downgrade-Bredouille

VonDaniel Lenz

In der Sache richtig, in der Umsetzung aber unglücklich bis peinlich: So lautet das Fazit der internationalen Medien zur angedrohten Herabstufung der AAA-Länder. Darunter litten besonders Banken. Die Presseschau.

Euro-Länder auf dem Prüfstand: Die Euro-Krise könnte sich als Krise der Ratingagenturen entwickeln, schreibt die FTD. dpa

Euro-Länder auf dem Prüfstand: Die Euro-Krise könnte sich als Krise der Ratingagenturen entwickeln, schreibt die FTD.

DüsseldorfDie Financial Times Deutschland sucht nach Gründen, warum die angedrohte Herabstufung der AAA-Länder auf den Märkten kaum Resonanz erzeugt habe. Offenbar seien die „Erkenntnisgewinne“ der Investoren durch die Agenturen bescheiden. Der Schock falle außerdem umso kleiner aus, da die Märkte ohnehin mit dem Schlimmsten rechneten. Mit Blick auf die Ratingagenturen selbst mutmaßt die FTD, dass sich die Euro-Krise zur Krise der eigenen Branche entwickeln könnte, da das Vertrauen in die Professionalität der Ratingagenturen untergraben werde.

Forbes wundert sich über den weiterhin großen Einfluss der Ratingagenturen, die vor Jahren jene toxischen Assets mit AAA-Noten ausgestattet hätten, die später zur Krise geführt hätten. Dies sei damit vergleichbar, dass Lehman Brothers – hätte die Bank die Finanzkrise von 2008 überlebt – heute Kunden raten würde, sich mit großen Mengen an Subprime-Hypotheken einzudecken. Dass die Firmen und Regierungen, die von den Ratingagenturen bewertet würden, für die Dienste zahlten, sei schon Grund genug für Investoren, bei einem Kredit-Rating in die entgegengesetzte Richtung zu laufen.

Die Börsen-Zeitung stößt sich am Timing der S&P-Entscheidung, die ausgerechnet am Abend nach dem Merkel-Sarkozy-Schulterschluss in Paris verkündet worden sei. Und fragt: „Wieder so ein ,technisches Versehen', wie man eigenen Dilettantismus in der Ratingsprache neuerdings nennt?“. In der Sache sei dagegen wenig auszusetzen: Die kumulierten Schulden der Eurozone, inklusive privater Haushalte und Unternehmen, liege über der Verschuldung der USA, die ihr Triple-A schon im August verloren hätten; in Deutschland wachse die Neuverschuldung trotz hoher Steuereinnahmen, was ein „Armutszeugnis“ der Bundesregierung sei.

Der Economist sieht die Eurozone in der Downgrade-Bredouille: Sollte es nicht gelingen, einen Plan zur Reduzierung der Schulden zu präsentieren, drohe die Herabstufung. Aber auch Sparmaßnahmen, die das wirtschaftliche Wachstum beeinträchtigten, führten zu einem Downgrade. Vor diesem Hintergrund entwirft der Economist die zentralen Fragen für 2012: „Sollte Deutschland einen Sparkurs als Preis für die Rettung verlangen, wie wird sich dies auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken, das ohnehin sinken könnte? Wie verträgt sich eine Rettung mit dem Fehlen von Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Länder? Und: Wie kann die Schuldenlast getilgt werden, ohne Schulden-Abschreibungen und Wirtschaftswachstum?“

Kommentare (2)

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hamp

07.12.2011, 08:18 Uhr

deutschland kurz vor der pleite?

Euro-Krise: Der Bundesbank geht die Luft aus

Die Eile von Angela Merkel bei der Rettung des Euro hat einen handfesten Grund: Bisher hat nämlich die Bundesbank über ein europäisches Kreditverfahren durch Kredite das gesamte Euro-System am Leben erhalten. Nun gehen der Bundesbank die Assets aus. Spekulanten können jetzt das ganze System innerhalb eines Tages zu Fall bringen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/12611/

http://www.voxeu.org/index.php?q=node%2F7391

Lutherschule

07.12.2011, 09:49 Uhr

Kauder redet alles gut und Schäuble dämpft diese Parole heute im TV.
Nur die Zahlen beweisen, wie unsolide diese Regierung gewirtschaftet hat. 2010 wurde die Verschuldung um 8% erhöht, weil Merkel die Banken rettete (BIP 72 auf über 80%). Die Hypo,M wird jährlich noch mit rund 17 Milliarden gestützt. Was macht Schäuble wenn die sprudelnde Steuerquelle langsam versiegt? Trotzdem wurden wieder 26 Milliarden Schulden für 12 gemacht und geplant geht dieses Spiel bis 16 weiter. 1% mehr Zinsen heißt 20 Milliarden mehr Schulden pro Jahr + Zinseszins, also unbezahlbar. Wegen der fehlenden Haushaltsdisziplin will man nun die Gesetzeslage ändern, denn darin heißt es, seit 1992, jedes EU Mitglied behält die Hoheit über den eigene Staatshaushalt. Und nun hat Sarrazin recht: Deutschland schafft sich ab!

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