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20.01.2010

08:40 Uhr

Presseschau

Friede, Freude, Kraft-Cadbury?

VonMidia Nuri

Die Internationale Wirtschaftspresse bescheinigt Kraft-Cadbury, das Schwerste nun vor sich zu haben. Das Wall Street Journal sieht den Kurs von Bundesbank-Präsident Weber als Anwärter für den EZB-Chefposten steigen. Asahi Shimbun sorgt sich um japanische Startups. Fundstück: Requiem für einen Klingelton.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Nun ist der US-Nahrungsmittelkonzern Kraft bei Cadbury doch schneller ans Ziel gekommen, als viele dachten, schreibt die Börsen-Zeitung. "Durch die Erhöhung des Angebots um 1,4 Milliarden Pfund konnten beide Seiten ihr Gesicht wahren", meint das Blatt. Und stellt fest: Vor allem die Briten hatten Glück. Sie seien um Haaresbreite einem Debakel entgangen. In ihrer irrigen Hoffnung auf einen weißen Ritter habe das Unternehmen die Amerikaner regelrecht schlechtgemacht - über das Maß hinaus, "das einer Unternehmensführung zugestanden werden muss, damit sie das eigene Haus möglichst teuer verkaufen kann, sodass die Aktionäre den größtmöglichen Gewinn aus der Veräußerung ziehen können", findet das Blatt. "Man stelle sich vor, Kraft hätte ihr Angebot für Cadbury - wie weiland BHP Billiton bei Rio Tinto - einfach zurückgezogen. Der Kurs der Cadbury-Aktie wäre wohl auf Jahre hinaus nicht mehr an das Niveau herangekommen, das er in den vergangenen Monaten erreicht hatte. Doch auch Kraft Foods atme auf, ist die Zeitung überzeugt. Schließlich habe der Konzern zur Finanzierung des Deals bereits sein margenstarkes US-Tiefkühlpizzageschäft an Nestlé verkauft - ganz abgesehen vom Imageschaden, den ein Fehlschlag Kraft eingetragen hätte.

"Es war ein langer, harter und zuweilen feindseliger Prozess", kommentiert die Financial Times den Kraft-Cadbury-Deal. Aber das sei eigentlich erst der leichte Teil gewesen. Nun stehe der schwere Teil bevor. Das aggressive Sparprogramm, das nun nötig werde, um sich die durch den Deal derart gestiegenen Schulden leisten zu können. "Nicht nur das, aber der geänderte Deal wird zwei sehr verschiedene Organisationen zusammenbringen, mit eigenen Kulturen und Geschichten, die wenig gemeinsam haben", ist das Blatt überzeugt. Das Cadbury-Geschäft nun in das Kraft-Imperium zu integrieren, werde eine Menge Management-Zeit kosten. Eine Menge guter Cadbury-Leute werde wahrscheinlich versucht sein zu gehen, orakelt die Wirtschaftszeitung.Die Mehrheit großer M&A-Deals scheitere letztlich in dem Vorhaben, einen Wert für die Anteilseigner zu kreieren. Die wirklich harte Arbeit beginne nun.

"Der Zug beendet die Unabhängigkeit einer 186 Jahre alten Ikone der britischen Industriegeschichte, deren Produkte von vielen in Großbritannien geliebt werden", hält das Wall Street Journal fest. Cadbury-Chef Roger Carr stehe nun vor der Herausforderung zu demonstrieren, dass sein viermonatiger Kampf der Worte gegen Kraft tatsächlich das Beste für die Cadbury-Aktionäre erreicht hat. "Das könnte schwer werden", erwartet das WSJ. Zahle doch Kraft nur ein 13-Faches der Cadbury-Gewinne und damit weniger als bei anderen Deals im Nahrungsmittelsektor - "ein Punkt, den Carr selbst während der Übernahmeschlacht vorgebracht hat". Verbunden mit der Herausforderungen, die zwei Unternehmen zu integrieren, müssen Kraft und Cadbury nun einen Weg finden, von dem kriegerischen Ton zwischen ihnen wieder herunterzukommen", so das Blatt.

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