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23.02.2012

07:33 Uhr

Presseschau

GM-PSA-Allianz schadet Opel

VonMaxim Kireev

Die internationale Wirtschaftspresse reagiert skeptisch auf eine mögliche Partnerschaft zwischen General Motors und PSA Peugeot-Citroen. Es gebe keine gemeinsame Perspektive. Außerdem würde Opel darunter leiden.

Mögliche Auto-Allianz: Peugeot und GM. AFP

Mögliche Auto-Allianz: Peugeot und GM.

Eine „riskantes“ Unterfangen sieht Challenges in dem Plan von PSA Peugeot-Citroën und General Motors, künftig zu kooperieren. „Sicher, Peugeot Citroën muss wachsen und kann nicht weiter allein am Markt agieren. Besonders die Entwicklungskosten bereiten dem Konzern Sorgen.“ Doch Peugeot-Citroën und GM seien beide als Autobauer Generalisten: „Sie liefern sich in ihren Segmenten erbitterte Konkurrenzkämpfe.“ Peugeot Citroën leide beispielsweise massiv unter der GM-Marke Chevrolet, die mit vielen Modellen in Europa präsent und aufgrund der Produktion in Korea preiswert sei. „Peugeot-Citroën produziert hauptsächlich noch in Frankreich und kann in diesem Preiskampf nicht mithalten.“ Auch in anderen Bereichen hätten beide Dubletten. „Einsparungen werden wohl nur bei der Materialbeschaffung und in der Entwicklung möglich sein, aber Beides wird für Peugeot-Citroën nicht schmerzfrei zu haben sein.“

Noch deutlicher wird die Financial Times Deutschland und bezeichnet die beiden Autohersteller als untaugliche Fusionspartner. Den Unternehmen fehle eine gemeinsame Perspektive. Auf den ersten Blick habe die Verbindung sicher ihre Reize, besonders vor dem Hintergrund des erfolgreichen Zusammenwirkens von Chrysler und Fiat. Doch dieser Vergleich hinke, denn die beiden Unternehmen ergänzten sich, während es bei GM-PSA lediglich um Kostenreduktion gehe. Mehr sei auch nicht drin, da die beiden Konzerne auf wichtigsten Märkten entweder nicht vertreten seien oder sich gegenseitig im Weg stünden, wie die GM-Tochter Opel, die in Europa mit PSA konkurrieren müsse. Die Franzosen wiederum suchten ihrerseits verzweifelt nach einer Möglichkeit, in Asien Fuß zu fassen.

Die Börsen-Zeitung zeigt sich angesichts der Annäherung zwischen PSA und General Motors wenig verwundert, schließlich rede in der Branche seit Jahren jeder mit jedem. Vor allem der anhaltende Verkaufsrückgang lasse die Gesprächsbereitschaft steigern. Dass es sich bei Peugeot-Citroen und General Motors um eine weitreichende Partnerschaft handeln müsse, darauf deute nicht nur die Länge der Verhandlungen, sondern auch der Besuch des PSA-Chefs Philippe Varin beim französischen Arbeitsminister Xavier Bertrand hin. Das Schicksal von PSA ähnele momentan dem der verlustreichen GM-Tochter Opel. Außerhalb Europas sei der französische Autobauer schwach aufgestellt, und innerhalb Europas sei mit Großseriengeschäft kein Blumentopf zu gewinnen. Was Opel angehe, so könne eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit eigentlich nur eines bedeuten: Kapazitätsabbau in Europa.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.02.2012, 15:22 Uhr

Sehr gute reihenfolge der Thematik heute. Der Ecofin-Rat kritisiert die in Frankreich abnehmenden Anteile am Weltexportmarkt. Der Verlust beträgt in fünf Jahren 15%.

Deutschland wird hinsichtlich der Staaatsverschuldung kritisiert. Sie ist weit über 83% der BIP. Alterbezogene Lasten lassen die implizite Staatsverschuldung bis 250% des BIP steigen.
Wie immer gibt´s halt interne und externe makroökonomische Ungleichgewichte.

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