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26.01.2010

07:55 Uhr

Presseschau

Griechische Weihnachten für Anleger

VonMaxim Kireev

Die internationale Wirtschaftspresse gratuliert Griechenland zu einer gelungenen Anleihe-Emission, ruft das Land jedoch zu einer stärkeren Haushaltsdisziplin auf. Forbes durchleuchtet die guten Quartalszahlen von Apple. Kommersant analysiert die schwierige Lage von Gazprom. Fundstück: Anwältinnen schrauben lieber selber.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Griechenland hat mit der erfolgreichen Platzierung einer acht Milliarden Euro schweren Anleihe ein Zeichen auf dem Finanzmarkt gesetzt - wenn auch ein teures, berichtet das Wall Street Journal. Die Anleihe sei rund dreifach überzeichnet gewesen. „Das bedeutet, dass der Markt nicht an einen bevorstehenden Staatsbankrott des Eurolandes glaubt“, erklärt das Blatt. Die Zinsen, die Griechenland werde bezahlen müssen, schienen sehr attraktiv, verglichen etwa mit Unternehmensanleihen. Griechenland habe dem Markt signalisiert, dass es eine große Gruppe gebe, die an den Erfolg des Deals glaube. Auch wenn Griechenland diesen Test bestanden habe, kämen in den nächsten Monaten weitere auf das Land zu, wie etwa die laufende Untersuchung der Europäischen Union zur Realisierung des Budgets. „Das Land muss die Zeit nutzen, die es gewonnen hat, um seine Versprechen einzuhalten“, fordert das Blatt.

Die internationale Angst vor der griechischen Schuldenkrise ebbte nach der erfolgreichen Anleihenplatzierung des Landes ab, schreibt auch die Financial Times. Die Investoren hätten scharenweise die Anleihen gezeichnet – ein Signal, dass die griechische Regierung weniger Probleme haben werde, ihren kurzfristigen Verpflichtungen nachzukommen. Griechenland brauche dieses Jahr rund 53 Milliarden Euro, um seine Schulden bedienen zu können. Das südeuropäische Land werde von seinen 15 Europartnern stark unter Druck gesetzt, mehr Disziplin bei den Staatsfinanzen zu zeigen. „In den Augen führender Politiker und Zentralbänker steht die Glaubwürdigkeit des Euros auf dem Spiel, wenn die Märkte dem Glauben verfallen, Griechenland werde gerettet ohne sein eigenes Haus in Ordnung halten zu müssen“, erklärt das Blatt.

„Ja ist denn heute schon Weihnachten?“, fragt die kritischere Börsen-Zeitung angesichts der hohen Risikoaufschläge, die die Griechen für ihre Anleihen ausrufen ließen. Der satte Aufschlag auf ältere griechische Bonds bedeute „für jeden Anleger, der es vor seine Chef vertreten konnte, in Griechenland zu investieren, nichts anderes als ein Geschenk“. Nüchtern betrachtet, sei den Griechen aber gar keine Wahl geblieben. „Sie mussten um alles in der Welt verhindern, dass der Bondauftritt ein Desaster wird. Schließlich war ein Käuferstreik zu befürchten“, kommentiert die Zeitung. Ohne Zugeständnisse sei der Deal nicht zu machen gewesen. Nun hätten die Griechen bis Mai etwas Luft. „Aber eines ist klar: Bonds zu verramschen ist keine langfristige Strategie. Es offenbart nur erneut, wie ernst die Lage ist.“, warnt das Blatt.

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