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12.01.2010

07:44 Uhr

Presseschau

Heinekens neuer Biermix schmeckt

VonMaxim Kireev

Die internationale Wirtschaftspresse attestiert Heineken einen guten Riecher bei der Übernahme des mexikanischen Bierbrauers Femsa. Die Financial Times warnt den russischen Aluminiumriesen Rusal vor zu viel Optimismus vor dem kommenden Börsengang. Die Börsen-Zeitung wundert sich über die gute Bilanz von Siemens. Fundstück: Die Wii der Pornobranche.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der holländische Braukonzern Heineken hat mit seiner 3,8 Milliarden Euro schweren Übernahme der mexikanischen Brauerei Femsa ein gutes Geschäft gemacht, meint das Wall Street Journal. Die Mexikaner hätten einen weitaus geringeren Preis erhalten, als viele erwartet hätten. Darüber hinaus bezahle Heineken die Übernahme in Anteilen an der Heineken Holding und an "betriebsführenden Gesellschaften". "Die Heineken-Familie behält so die Kontrolle und nimmt keine neuen Schulden auf", schreibt das Blatt anerkennend. Nach Unternehmensangaben werde sich der Einstieg in etwa sechs Jahren bezahlt machen. Dafür müssten die Verkaufszahlen von Femsa etwa um zehn bis elf Prozent wachsen. "Das scheint machbar zu sein", glaubt das Blatt. Und trotz einiger Risiken verdiene Heinekens neuer amerikanischer Look einen "anständigen Trinkspruch".

Die Financial Times Deutschland analysiert die Motive von Heineken bei der Femsa-Übernahme anhand der Geschäftszahlen. Heinekens Umsatz sei über die vergangenen fünf Jahre im Schnitt leicht gewachsen, das EBIT jedoch um 1,3 und das Nettoergebnis gar um 10,6 Prozent gefallen. "Femsa hingegen prahlt auf seiner Internetseite mit Zehnjahreszahlen. In Peso gerechnet stiegen Umsatz und Nettogewinn im Schnitt um zwölf Prozent. Nicht schlecht", meint das Blatt. Zwar sei das Wachstum in den vergangenen fünf Jahren deutlich abgeflacht, sei aber immer noch besser als bei Heineken. Die Holländer sicherten sich mit Femsa immerhin Absatzwachstum, welches sie in Europa, ihrem mit 76 Prozent Volumenanteil (West und Ost) wichtigsten Markt, kaum noch bekämen. Ein Wermutstropfen bleibt aber. "Der Blick auf die Zahlen verdeckt jedoch das wirkliche Drama hinter solchen Fusionen: die weitere Verflachung des globalen Bierangebots", schreibt die Zeitung.

Mit der Übernahme von Femsa ist den Holländern das beinahe unmögliche Gelungen, schreibt der Weirtschaftsdienst Reuters. Einerseits habe Heineken den direkten Konkurrenten SABMiller überboten, jedoch gleichzeitig einen fairen Preis gezahlt, ohne neue Schulden aufzunehmen oder Kontrolle herzugeben. Der Deal katapultiere Heineken auf Platz zwei im mexikanischen Biermarkt, der nach Profit weltweit auf Platz vier liege und an die dritte Position im zweitlukrativsten Bierland Brasilien. Die Amsterdamer Brauerei erhoffe dadurch auch steigende Exporte in die USA und eine starke Stellung bei der hispanischen Minderheit in den Vereinigten Staaten. Trotzdem bleibe ein Risiko. Zum einem stehe der Endpreis noch nicht fest, weil Heineken die Anteile, mit denen das Unternehmen die Übernahme bezahlt habe, zurückkaufen müsse. "Wenn der Aktienkurs weiter steigt, steigt auch der Preis der Übernahme", folgert die Agentur.

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