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08.03.2012

07:46 Uhr

Presseschau

Jainisten machen das Rennen

VonDaniel Lenz

Die durchgesickerten Umbaupläne bei der Deutschen Bank tragen die Handschrift von Anshu Jain, sind sich die Medien einig. Ob die Strategie mehr Teamplay und weniger Silodenken aber aufgehe, sei unklar. Die Presseschau.

Designierter Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain. dapd

Designierter Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain.

Deutsche Bank: Jainisten machen das Rennen

Noch bevor Jürgen Fitschen und Anshu Jain offiziell ihre Amtsgeschäfte aufgenommen haben und noch bevor Josef Ackermann als Vorstandschef verabschiedet ist, versucht die neue Doppelspitze in Frankfurt Nägel mit Köpfen zu machen: Hugo Bänziger, als Ackermann-Vertrauter geltender Risikovorstand bei der Deutschen Bank, und Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti müssen nach Recherchen des Handelsblatt beim Dax-Konzern im Mai gehen. Im Gegenzug werden Finanzchef Stefan Krause,  Risikoexperte Bill Broeksmit und die Investmentbanker Stephan Leithner und Henry Ritchotte befördert. .

Der abrupte Umbau trage nicht die Handschrift des Marathonläufers Fitschen, sondern eher die des Sprinters Jain, kommentiert das Handelsblatt. Offenbar sei der Unmut, der sich über die alte Führung unter Josef Ackermann und seine Getreuen aufgestaut habe, größer gewesen, als es die Bank jemals durchblicken lassen wollte.

Auch das Wall Street Journal beobachtet, dass Jain federführend bei den Personalien war – er habe seinen „Inner Circle“ bedient. Das Management werde jetzt internationaler, der Fokus liege dabei auf Asien.

Die Financial Times Deutschland begrüßt die Rochaden. „Langwierige Revier- und Lagerkämpfe zwischen Alt-Ackermännern, Jainisten und Fitschianern darf es nicht geben. Deshalb ist es gut, wenn sich Jain und Fitschen schnell von jenen Vorstandskollegen trennen, mit denen sie nicht können oder wollen - und die ins Boot holen, die ihr Vertrauen genießen.“

Für die Börsen-Zeitung ist die Art und Weise, wie die neue Führungsstruktur der Bank ans Licht der Öffentlichkeit kam, ein „Desaster“ der Kommunikation – irgendjemand habe die Informationen brühwarm ausgerechnet der Boulevardpresse (gemeint ist die Bild-Zeitung) zugespielt. „Wenn sich dieser Stil beim nach eigenem Anspruch ,weltweit führenden Anbieter von Finanzlösungen' durchsetzt, dann gute Nacht, Deutsche Bank.“ In der Sache begrüßt das Blatt die Strategie „mehr Teamplay, weniger Silodenken, Verteilung der Verantwortung auf mehr Schultern“. Dies sei gleichwohl kein Patentrezept, wie heutzutage eine global agierende Großbank zu führen sei.

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