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21.10.2011

08:07 Uhr

Presseschau

Libyens Stunde Null - mit offenem Ausgang

VonMidia Nuri

Die Wirtschaftspresse setzt sich damit auseinander, wie es nach Gaddafis Tod weitergeht. Vor den Libyern liege ein schwieriger Weg, zumal die Legitimität des Übergangsrates fraglich ist, sind die Leitartikler überzeugt.

Aufstieg und Fall eines Diktators

Video: Aufstieg und Fall eines Diktators

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DüsseldorfKeinen „radikalen Wechsel“ erwartet der Nouvel Observateur aus Frankreich vom Tod Muammar al Gaddafis: „Seine Macht war bereits beschnitten, dass er nun getötet wurde, hat eher symbolische Bedeutung.“ Libyen dürfe nun nicht in Euphorie fallen: „Dem Volk, das gelitten hat, steht sie zwar zu, doch Gaddafis Tod ist nicht die Lösung aller Probleme des Landes.“ Immerhin sei der Machthaber der „Zement“ gewesen zwischen den vielen Stämmen Libyens.

„Auch ist die Legitimität des Übergangsrates, dessen Truppen Gaddafi getötet haben, fraglich: Er vereint Libyer, die von der Demokratie überzeugt sind, mit Libyern, die Verbindungen zu Al Qaida halten. Zudem wurde er mit Hilfe ausländischer Kräfte, allen voran Frankreich, gegründet, dass lässt Libyer an seiner Rechtsmäßigkeit zweifeln.“ Der Tod Gaddafis schlage eine neue Seite in der Geschichte Libyens auf, der Übergangsrat müsse diese nun zusammen mit dem Volk neu beschreiben: „Doch es gibt noch viele Probleme und Hindernisse.“

Auch ein Gastkommentator der britischen Financial Times, der ehemalige stellvertretende UN-Generalsekretär Mark Malloch-Brown, gibt sich verhalten. „Gaddafis Sturz sei Grund für Erleichterung, nicht für Euphorie.“ Endlich könnten die Libyer freier atmen, nun da sie wissen, dass diese monströse und unvorhersagbare Figur aus ihrem Leben verschwunden sei.

Doch dieser Schatten werde nur geliftet, wenn die neue libysche Führung die richtigen Lehren zöge. Werde die Art seines Dahinscheidens als schnöde Rache eingeordnet, dann könnte noch im Tod Colonel Gaddafis Macht zu herrschen und zu teilen auferstehen. „Märtyrer werfen lange Schatten“, gibt die FT zu bedenken.

Kommentare (6)

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marcello_de_grande

21.10.2011, 09:13 Uhr

Tja, so ist das: wer eine afrikanische Einheitswährung erschaffen will, um damit die Ausbeutung des Kontinents Afrika durch die westliche Welt zu begrenzen, stirbt! Noch vor ein paar Jahren war Gaddafi ein guter Freund des Westens und erhielt Unterstützung in vielen Bereichen. Aber die Idee der Einheitwährung und der langsamen Vereinigung vieler afrikanischer Staaten machte ihn zum Feindbild der Turbokapitalisten.

Adenauer

21.10.2011, 09:36 Uhr

Als Lybien italienische Kolonie war, war es das Armenhaus Afrikas. Vor dem Angriff der NATO war es das reichste Land Afrikas. Jetzt werden sie sich meiner Meinung nach auf einem Irak Standard einpendeln. Also wieder Armenhaus.

Account gelöscht!

21.10.2011, 10:07 Uhr

Wenn Deutschland und die Türkei sich in Libyen einmischen wird es vermutlich schief gehen. Deutschland ehemals mit Gadaffi eng befreundet und Helfer das ein Massenmörder
wieder ein Guter werden konnte.Die Türkei das ein freies Libyen wieder zu einem Land mit Zensur und verfolgung von Minderheiten wird. Die Türkei ist kein Vorbild für die befreiten Arabischen Staaten. Es wird auch nicht lange dauern und die ersten Politiker werden es bedauern das Gadaffi am Ende so behandelt wurde. Holt doch Gadaffis Söldner nach Deutschland, vielleicht braucht ihr die eines Tages selber für euch.

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