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14.01.2010

09:21 Uhr

Presseschau

PR-Coup oder Notbremse von Google?

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse ist mit Blick auf den möglichen Rückzug von Google aus China geteilter Meinung. Veckans Affärer zeigt, wie sich der schwedische Finanzminister über Schwedens Banken ärgert. La Tribune belächelt die geplante Steuer auf Bankerboni in Frankreich. Fundstück: Von Lehman in den Nachtclub.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Nach einem Hacker-Angriff legt sich der Internetriese Google mit der kommenden Supermacht China an. Die Amerikaner akzeptieren die chinesische Zensur nicht mehr und prüfen den Rückzug aus dem Wachstumsmarkt.

Das Wall Street Journal glaubt, dass die Gratwanderung von Google zwischen den chinesischen Behörden und denjenigen, die sich für eine freie Meinungsäußerung ausgesprochen hätten, am Ende nicht mehr möglich gewesen sei. Anti-Zensur-Aktivisten hätten Google vorgeworfen, zur weltweiten Ausbreitung von Zensur beigetragen zu habeen. Andererseits hätten auch die chinesischen Behörden Druck auf die Amerikaner ausgeübt, die die Suchergebnisse nicht so stark gefiltert hätten wie der Marktführer Baidu. Im vergangenen Jahr sei Google von staatlich kontrollierten Medien massiv dafür angegriffen worden, Porno-Seiten nicht scharf genug herausgefiltert zu haben.

Der Economist geht davon aus, dass die chinesische Regierung jetzt Angst davor habe, dass der Google-Protest von vielen chinesischen Internetnutzern gefeiert werden könnte. Aus diesem Grund fehle in vielen Berichten von chinesischen Medien der eigentliche Grund des angedrohten Rückzugs; chinesische Webseiten hätten die Nachricht komplett „beerdigt“. Doch die vielen Beiträge von Chinesen in Diskussionsforen sowie die vor der chinesischen Google-Zentrale abgelegten Blumen zeigten, dass die Zensurbemühungen der Regierung gescheitert seien.

Das Manager Magazin erkennt in Googles China-Kehrtwende einen „grandiosen PR-Coup“. Das US-Unternehmen lehne sich gefahrlos gegen die Internetzensoren im fernen Osten auf. Einen wirtschaftlichen Schaden müsse Google dort ohnehin nicht fürchten. „Die Suchmaschine ist in China seit ihrem Bestehen dort erfolglos, kommt gegen den heimischen Platzhirschen Baidu nicht an. Offenbar hat der US-Konzern nun die Hoffnung aufgegeben, jemals in China das große Geld zu verdienen - und inszeniert sich selbst als Hüter der Privatsphäre und des Datenschutzes.“

„Das war aber auch Zeit, Jungs“, applaudiert Bloomberg den Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page. Es sei „widerlich“ und „unpassend“ gewesen, dass ausgerechnet diejenigen, die mit der Fahne des Informationszeitalters gewunken hätten, dazu beigetragen hätten, dass China seine 1,3-Milliarden-Bevölkerung im Dunkeln gelassen habe. Der Schritt sei richtig, obwohl die Google-Aktionäre darüber nicht froh sein könnten – der Suchmaschine drohten jährlich 600 Millionen Dollar durch die Lappen zu gehen –, während die Baidu-Investoren vor Freude in die Luft springen dürften. „Die Kollegen aus der Technologie-Branche sollten sich ein Beispiel an Google nehmen und nicht mehr ihre Seelen an die kommunistische Partei Chinas verkaufen.“

Kommentare (1)

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MichaelG

14.01.2010, 18:31 Uhr

Die "Story" auf "Here is the City" ist offenbar fiktiv und hat daher in einer Presseschau nichts zu suchen.

(bitte bis zum Ende lesen, wo die strippende Exbankerin sich um Haaresbreite davor rettet, in einem abgelegenen Fabrikgebäude von einem korrupten Polizeibeamten ermordet zu werden, und den von ihm gefangengehaltenen kleinen Jungen befreit, den dessen Kumpan entführt hat, der Hedgefund-Tycoon, der kurz zuvor wegen insider-Trading (Satyam) festgenommen im Gefängnis Selbstmord begangen hat, nicht lange nachdem er die Erzählerin als sein $4000/Tag-Escort zum World Economic Forum nach Davos mitnahm... etc.)

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