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02.06.2011

08:12 Uhr

Presseschau

Pyrrhussieg für Blatters Altherrenclub der Fifa

Die internationale Medien verurteilen einhellig die Wiederwahl von Fifa-Boss Sepp Blatter, der ein fatales Signal für die Fußball-Welt sei. DFB-Chef Theo Zwanziger habe sich durch sein Schweigen zum Mittäter gemacht. Doch trotz Blatters Sieg sei eine Strukturreform unumgänglich. Die Presseschau.

Blatter bleibt Fifa-Präsident

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DüsseldorfAus Sicht von Les Echos aus Frankreich ist die Wahl Blatters nur ein „Pyrrhussieg“, da die Diskussionen anlässlich des Fifa-Kongresses ihre Spuren hinterlassen würden. „Der Fußball des 21. Jahrhunderts hat mehr verdient als eine Organisation, die er aus dem 19. Jahrhundert geerbt hat, um seine Interessen zu wahren und seine Zukunft vorzubereiten.“ Die Struktur der Fifa, in der ein Herrenclub auf seine Pfründe bedacht sei, sei mindestens anachronistisch, im schlimmsten Fall aber zerstörerisch für einen Sport, der sich zum Weltphänomen entwickelt habe. 

Obwohl der angekündigte „Fußball-Tsunami“ in der Fifa ausgeblieben sei, geht die Financial Times Deutschland davon aus, dass der Verband von Korruption und Skandalen so belastet sei, dass er ohne einen Eingriff von außen nicht mehr auf den rechten Weg gebracht werden könne – von der Fifa selbst sei eine Selbstreinigung so wenig zu erwarten wie von der Mafia. Um zu prüfen, ob die Vergabe der WM 2022 an den Wüstenstaat Katar durch Bestechung erfolgte, müsse jetzt ein Gericht eingeschaltet werden. Nur so sei ein Neuanfang möglich. 

Auch das Manager Magazin rechnet damit, dass die Fifa trotz der Wiederwahl Joseph Blatters nicht mit einem blauen Auge davonkommen werde. Das Milliardenunternehmen, das wie ein Verein geführt werde, müsse seine Struktur umkrempeln, um die Korruption zu bekämpfen – ansonsten stehe die Existenz des Verbands auf dem Spiel. Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland und verantwortlich für den Bereich Sport, gehe davon aus, dass es eine WM-Vergabe für die Jahre 2018 und 2022 so nicht mehr geben werde. Hintergrund: Die Fifa werde einem hohen medialen und wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sein, der im Radsport zum Ausstieg der Fernsehsender ARD und ZDF aus der Berichterstattung über die Tour de France im Jahre 2008 geführt habe. „Ein solches Szenario käme für die Fifa einer Katastrophe gleich. Denn allein mit Fernsehrechten nahm sie im WM-Jahr 2010 knapp 1,7 Milliarden Euro ein“, rekapituliert das Blatt. 

Das Wall Street Journal wertet das von Blatter angeregte neue Verfahren bei der WM-Vergabe als gutes Signal. Andererseits sei der gescheiterte Antrag des britischen Fußballverbands, Blatters Wahl zu verschieben, eine Enttäuschung für alle Fans. Offenbar hätten die Briten, die bei der Abstimmung über den Antrag nur neun Prozent der Stimmen – statt einer erforderlichen Drei-Viertel-Mehrheit – erhalten hätten, wenig Freunde im Verband.

Kommentare (1)

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Paapik

02.06.2011, 11:28 Uhr

FIFA= Selbstbedienungsladen,c'est une honte pour le Sport

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