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28.01.2010

09:16 Uhr

Presseschau

Rückendeckung für Obama in Davos

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse horcht auf das Echo der US-Pläne zur Bankenregulierung beim Weltwirtschaftsforums in Davos. die Börsen-Zeitung kritisiert den Plan von Griechenland, China Staatsanleihen anzudrehen. Schwedische Medien dämpfen den Jubel um den Saab-Retter und Spyker-Chef Victor Muller. Fundstück: Keine Lust auf Goldman-Chefsessel.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Die Bankenregulierungs-Pläne der USA stehen beim Weltwirtschaftsforums in Davos im Mittelpunkt. Die britische Financial Times wundert sich darüber, dass so wenige Vertreter der US-Regierung in die Schweiz gereist sind. Einzig Larry Summers, Wirtschaftsberater von Barack Obama, werde Ende der Woche in Davos sein. Offenbar wolle die Regierung nicht tête-à-tête mit der Finanz- und Wirtschaftselite der Welt gesehen werden. Gleichwohl sei die US-Politik überaus präsent in Davos: Viele anwesende Amerikaner seien besorgt über den wachsenden Populismus, der sich in Obamas halbgarer Banken-Regulierung und der möglichen Wiederernennung von Ben Bernanke als Fed-Chef äußere.

In den USA arbeiten die von Obamas Offensive geschockten Banker an einer Strategie, um die Rückkehr von Glass Steagall und die Sondersteuer für Banken zu umschiffen, berichtet BusinessWeek Dabei wolle die Finanzindustrie aber einen Krieg mit Obama verhindern. Dass es Obama versäumt habe, die Chefs der US-Finanzinstitute vor der Presse über die geplanten Regulierungsmaßnahmen zu informieren, zeige, wie angespannt das Verhältnis der Regierung zu den Banken inzwischen sei. Viele Führungskräfte an der Wall Street befürchteten, bis zum Jahresende am Pranger zu stehen; als Geste der Wiedergutmachung seien einige Banken-Chefs dem Wunsch des US-Finanzministeriums nachgekommen und hätten US-Senatoren kontaktiert, um diese zu einer Wiederwahl von Fed-Chef Ben Bernanke zu animieren. Parallel dazu versuche die Finanzbranche, per Lobbyarbeit im US-Kongress das Schlimmste abzuwenden.

Das Wall Street Journal zeigt, wer sich in Davos bisher für Obamas Pläne ausgesprochen hat. Der New Yorker Ökonom Nouriel Roubini habe sogar eine noch schärfere Regulierung gefordert. Auch Großinvestor George Soros habe Obama Rückendeckung gegeben, auch wenn Soros erklärt habe, die Gesetzesinitiative sei noch nicht ausgereift: Die Offensive komme zu früh, da die Banken noch nicht aus dem Gröbsten heraus seien. Hinzu komme, dass die Wiederkehr von Glass Steagall, die Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken, letztlich dazu führen werde, dass selbst die Investment-Abteilungen „too big to fail“ seien.

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