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17.04.2012

07:15 Uhr

Presseschau

Spanien im freien Fall

VonBarbara Bierach

Die Situation in Spanien spitzt sich zu, die Zinsen für Staatsanleihen steigen und die Medien fordern einen neuen Kapitalismus – oder wenn das nicht, dann doch wenigstens endlich grundlegende Reformen der Finanzmärkte.

Der erst kürzlich gewählte spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy (rechts) gerät unter Druck. dpa

Der erst kürzlich gewählte spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy (rechts) gerät unter Druck.

Das Spaniendabakel verschärft sich: Die Zweifel am krisengeschüttelten Land ließen am Montag die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen auf 6,16 Prozent steigen. Dies sei ein Niveau, das als untragbar zu gelten habe und eine „Rettung“ oder gar einen Ausstieg aus dem Euro nahelege, meint die Börsenzeitung.

Die Euro-Krise sei mit voller Wucht zurück und auch die Anleger würden immer skeptischer, analysiert auch der Marktradar des Handelsblatts die Situation.

Sorge um den spanischen Patienten

Video: Sorge um den spanischen Patienten

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Die Europäische Zentralbank werde jedoch keinerlei Anstalten machen, schon wieder einzugreifen, orakelt die New York Times.

Vor diesem Hintergrund sollten die Europäer nun endlich ihre Obsession mit der Höhe der Firewall gegen die Krise ablegen und sich stattdessen ernsthaft mit den Problemen Italiens und Spaniens beschäftigen, meint der Noch-Chef der Weltbank, Robert Zoellick, in der Financial Times.

Währenddessen reagiere die Regierung in Madrid nun mit Drohungen gegen einzelne autonome Regionen im Land, die sich nicht an die Sparbeschlüsse hielten. Dabei habe sich doch längst gezeigt, dass die Märkte diese Reformanstrengungen gar nicht belohnen. Brüssel sähe trotzdem keinen Anlass, die Krisenstrategie zu überdenken, kritisiert auch die Süddeutsche Zeitung.

Nun sei es aber genug, meint der Spiegel, nur immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen, sei ganz offensichtlich keine Lösung. Europa müsse endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden und daher plädiert das Magazin für einen neuen Kapitalismus.

Die Financial Times Deutschland geht nicht ganz so weit, fordert aber auch endlich wirksame Reformen: Rauf mit den Eigenkapitalvorschriften und der Bankenabgabe, weg mit den spekulativen Produkten und her mit einer Finanztransaktionssteuer!

Kommentare (37)

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Account gelöscht!

17.04.2012, 08:14 Uhr

.. Spanien im freien Fall...

Ich dacht wir hätten Rettungsseile aufgespannt. Da kommt ja nach der GR Wahl noch einiges - im Verbund mit Portugal und Spanien - auf uns zu. Mal sehen, wie der ITA Anleihemarkt reagiert.
Germanen: es wird enger im Zwirn. Trinkt nicht soviel...

Ben

17.04.2012, 08:17 Uhr

Die EZB wird`s schon richten.
Ein paar Billiönchen Fiat-Money sind doch kein Problem.....

Dr.NorbertLeineweber

17.04.2012, 08:27 Uhr

Wenn der Spiegel einen neuen Kapitalismus fordert, ist das der Offenbarungseid des Journalismus. Wo war der Spiegel denn, als sich der Niedergang Europas vollzog? Wieso wurde vor den Schuldenorgien der Pleiteländern nicht gewarnt? Die Staatsbankrotte waren doch vorprogrammiert, und zwar planmäßig! Gefordert wurden immer noch mehr Schulden. Wo war denn Kritik an der hemmunslosen Verteuerung des Faktors Arbeit, die dazu geführt hat, dass die Volkswirtschaften ihre Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben? Wieso empfielt der Spiegel ein Überdenken der Strategie, wenn eine Währungsreform Überfällig ist? Lebt der Spiegel hinter dem Mond?
Getoppt wird das Ganze noch durch den Chefökonomen der FTD Thomas Fricke. Die Ursache liegt in spekulativen Produkten. Soso. Nun, das spekulative Produkt, war wohl der Euro an sich, weil spekuliert wurde, dass der eine gute Idee ist, da habe ich in meinen Publikationen, wie Prof. Hankel, Starbatty und Schachtschneider den Euro schon als Fehlkonstrukt eingestuft. Wo war denn die FTD, als die Schuldenuhr gnadenlos tickte und der Bankrott vorgezeichnet war? Wo waren denn die Hinweise, dass die Länder makroökonomisch gegen die Wand fahren? Nun die FTD bekämpft die Sünden der letzen 10 Jahre mit einer Bankenabgabe und einer Transaktionssteuer. Das ist in etwa so als würde Zwegat zu Hilfe gerufen, um feststellen, dass die private Insolvenz durch ein Transaktionssteuer auf hemmungslose Verschuldung des Kreditsünders bekämpft werden kann, durch einen Aufschlag bei H&M oder beim Fahrzeugkauf? Der Niedergang der Eurozone entspricht dem Niedergang des Journalismus, weil man die warnenden Stimmen im Sinne bodenlosen Hochmutes ignoriert hat. Und die jetzt thematisierten Lösungen sind absoluter Quatsch. Ein Hoch auf das Handelsblatt und die FAZ, die einen besseren Journalismus pflegten!

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