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01.09.2011

08:43 Uhr

Presseschau

„T-Mobile ist in den USA gescheitert“

VonDaniel Lenz

Die internationale Presse sieht im Veto der US-Kartellwächter zum Verkauf von T-Mobile an AT&T einen Sieg für die Verbraucher. Die Presseschau auf Handelsblatt Online.

Eine Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T würde den Wettbewerb substanziell verringern, was widerrechtlich sei, schreibt die Agentur Reuters. Reuters

Eine Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T würde den Wettbewerb substanziell verringern, was widerrechtlich sei, schreibt die Agentur Reuters.

WiesbadenDie US-Kartellwächter wollen den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T verbieten. Anleger reagieren schockiert auf das mögliche Scheitern des Verkaufs der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom. Nun räche sich die Strategie von T-Mobile USA, den etablierten Konzernen als preisgünstiger Herausforderer gegenüberzutreten, schreibt die Börsen-Zeitung.

Zwar könnten die Bonner bei einem Platzen des Deals mit einer rekordhohen Ausfallprämie von drei Milliarden Dollar rechnen, die AT&T zahlen müsse. Doch damit ließen sich die Kosten für Aufbau und Betrieb eines Hochgeschwindigkeitsnetzes, das den Ansprüchen der vom mobilen Internet begeisterten Kundschaft in Zukunft gerecht werde, kaum decken. Fazit: Es werde T-Mobile USA nicht gelingen, aus eigener Kraft unter die Top-3 auf dem US- Mobilfunkmarkt vorzustoßen. 

Das Wall Street Journal hält die Freude von Wettbewerbern wie Sprint Nextel Corp. oder Leap Wireless International für verfrüht. Denn sollte der Deal tatsächlich platzen, müssten sie gegen einen „aggressiven, niedrigpreisigen Wettbewerber“ im Markt antreten – gemeint ist T-Mobile USA. Außerdem hätten sie nicht mehr die Möglichkeit, Assets wie Kundendaten zu übernehmen, die AT&T bei einem Zusammengehen mit den Deutschen abstoßen müsste. Nach Einschätzung von Analysten könnte T-Mobile in den USA jetzt Clearwire Corp. Avancen machen, einer Firma, die über viel Bandbreite verfüge – daran mangele es T-Mobile, weshalb es schwierig wäre, alleine ein „next-generation wireless network“ aufzubauen.

Reuters applaudiert den Kartellwächtern. Eine Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T würde den Wettbewerb substanziell verringern, was widerrechtlich sei. AT&T habe zwar noch nicht aufgegeben, aber die Chance sei gering, den Plan dennoch durchzuziehen. Dies wiederum sei ein Sieg für den US-amerikanischen Verbraucher sowie für die Konkurrenten Sprint und Verizon. Den Managern von AT&T und T-Mobile rät der Wirtschaftsdienst: „Statt das Unvermeidbare zu bekämpfen, sollten sie wieder sich selbst dort bekämpfen, wo es wichtig ist: auf dem Markt.“

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