Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2010

07:09 Uhr

Presseschau

Toyota stolpert, Ford profitiert

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse beobachtet Licht und Schatten in der Autobranche. Das Wirtschaftsblatt stellt sich gegen die düsteren Prognosen des Ökonoms Nouriel Roubini mit Blick auf Griechenland. Bloomberg wundert sich, dass Goldman & Co. keine Reue zeigen. Fundstück: Arbeiten bis zum Herzinfarkt.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Nachdem Ford gestern bekannt gegeben hat, dass man im vergangenen Jahr erstmals seit 2005 wieder einen Gewinn eingefahren habe, lobt die New York Times die Strategie des US-Autobauers. Im vergangenen Jahr sei es Ford geglückt, sich von General Motors und Chrysler abzuheben, indem sowohl Kredite der Regierung als auch ein Insolvenzverfahren habe umschifft werden können. Dies habe dazu geführt, dass die Firma ihren Ruf habe verbessern und neue Kunden gewinnen können. In diesem Monat habe Ford bei der Detroit Auto Show die "North American Car"- und "Truck of the Year"-Preise gewonnen. Vor diesem Hintergrund könne Ford der Hauptprofiteur des Rückwurfs von Toyota werden.

Wenn andere am Boden lägen, sei es leicht, sich als strahlender Sieger zu präsentieren, kratzt die Börsen-Zeitung an der Bilanz von Ford für das vergangene Jahr. "Reparaturbedürftig" sei bei Ford die Bilanz mit 34 Milliarden Dollar Gesamtverschuldung im Autogeschäft. "Was Ford jetzt braucht, ist mehr Umsatz. Zum Glück haben viele Amerikaner eine Aversion gegen Staatseinflüsse und lassen General Motors und Chrysler links liegen. Kein Wunder, dass Ford ihre Unabhängigkeit vom Staat immer wieder betont."

Der Economist hinterfragt die Rückrufaktion von möglicherweise blockierenden Gaspedalen durch Toyota. Dass die Japaner Produktion und Verkauf von Autos in Amerika gestoppt hätten, sei ein heftiger Rückschlag für den "stolpernden Autogiganten" - die Produktionsmenge der betroffenen Werke entspreche 60 Prozent der im vergangenen Jahr in den USA verkauften Autos. Während Rückrufaktionen inzwischen Routine für Autobauer seien, habe das Ansinnen, Autos ganz vom Markt zu nehmen, Seltenheitswert. In den USA treffe dies Toyota zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, da der Marktanteil 2009 bei 17 Prozent stagniert sei - trotz der Schwäche der US-Autobauer; auch in China, dem weltweit am schnellsten wachsenden Automarkt, sowie Europa sei Toyota zurückgefallen.

Die Wirtschaftswoche berichtet, dass der Aufsichtsrat von Tata Motors am heutigen Freitag grünes Licht für die Berufung von Ex-GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster zum neuen Chef des indisch-britischen Automobilunternehmens geben wird. Eine der größten Herausforderungen Forsters werde darin bestehen, das Billigauto Tata Nano in Fahrt zu bringen. Startprobleme habe es nicht nur bei dem Kleinstwagen gegeben, dessen Produktion nach Protesten der indischen Landbevölkerung 2008 an einen neuen Standort verlagert worden sei, sondern auch bei der Verpflichtung von Forster: Erst vor wenigen Tagen habe sein Ex-Arbeitgeber General Motors den Wechsel abgesegnet.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Autoexperte

29.01.2010, 12:59 Uhr

"Zum Glück haben viele Amerikaner eine Aversion gegen Staatseinflüsse und lassen General Motors...links liegen."

Was für ein Schwachsinn! GM ist immer noch US-Marktführer (Anteil ähnlich wie VW in Deutschland) mit steigender Tendenz bei Neuzulassungen, gerade bei den jüngsten Modellen und eilt in China von Rekord zu Rekord. Schon mal die neuesten Zahlen gesehen? Wo hat die börsen-Zeitung denn den Operetten-Journalisten ausgegraben?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×