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11.01.2008

10:36 Uhr

Presseschau vom 11.1.2008

Keine Angst vor Nano-Technologie

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse betrachtet das indische Billigauto von Tata. Das NRC Handelsblad aus den Niederlanden sagt ungemütliche Zeiten für Apple-Chef Steve Jobs voraus. La Tribune will von den aktuellen Katastrophen-Meldungen rund um Rezession und Subprime-Krise nichts mehr wissen. Fundstück: Obama und Clinton für 55 Dollar.

Das US-Magazin » Fortune würdigt die „große Leistung“ beim Design und der Herstellung des Nano sowie den „großen persönlichen Erfolg“ für Konzernboss Ratan Tata, dessen Plan zum Bau des Miniautos vor zehn Jahren auf große Skepsis gestoßen sei. Abseits des Nanos müsse sich Tata jedoch jetzt einer noch größeren Herausforderung stellen: einen Nachfolger für sich zu finden, der in der Lage sei, die weltweit verstreute und rasch wachsende Tata-Gruppe mit ähnlich strenger Führung zu steuern.

Die » FAZ dämpft die Sorgen europäischer Autobauer vor der indischen Konkurrenz: Mit Technik, Ausstattung und Design werde der Nano nur wenige Käufer in Europa finden. „Höchstens Menschen, die eigentlich gar kein Auto wollen, könnten sich dafür entscheiden.“ Mit seinen Jaguar-Ambitionen und dem Nano signalisiere Tata jedoch den Willen zum Ausbruch aus dem heimischen Markt. „So transportiert Tatas Trommeln auch eine Botschaft an die europäischen Autobauer: Es gibt offensichtlich eine Kundschaft für Billig-Autos. Aber nicht ohne Kat, Klimaanlage und ABS“, halten die Frankfurter dagegen.

„Der Nano ist ein Meilenstein für Indien und die Weltgeschichte der Autoindustrie“, feiert die » Times of India das neue Tata-Modell. Der Druck auf Tata sei jetzt weitaus größer als nach der Präsentation früherer Modelle, deren Qualität Schritt für Schritt verbessert werden konnte. Einwänden von Umweltschützern, Millionen Nanos könnten die Luft noch stärker als bisher verpesten, hält das Blatt entgegen, dass es ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach privatem – statt öffentlichem – Verkehr in Indien gebe; außerdem sei der öffentliche Personenverkehr nicht in der Lage, die Mobilitätswünsche der Inder zu erfüllen.

„Das gab es noch nie: Produkte aus den ehemaligen Entwicklungsländern faszinieren den Westen“, kommentiert die » Frankfurter Rundschau den Übergang der Globalisierung in eine neue Phase. Neben den Konsumenten werde die indische Wirtschaft profitieren, sollte Tata mit seinem neuen Billig-Wagen zum großen Autohersteller aufsteigen: „Sie kann eine florierende Autoindustrie gut gebrauchen.“ Im Westen müsse keiner Angst haben vor dem Trend. „Deutsche Autos etwa sind für eine zahlungskräftigere Kundschaft konzipiert – im Westen wie im fernen Osten.“

Die » New York Times schickt eine Reportage aus der Heimat des Nano, in der im Straßenverkehr eine „Kakophonie von Hupen“ herrsche, kaum jemand auf die richtige Fahrtrichtung achte und die Autos von Krater großen Schlaglöchern erschüttert würden. „Immerhin hat an diesem Morgen kein Bambus kauender Elefant die Überholspur blockiert“, notiert der Reporter. Auf Dinner-Partys werde regelmäßig über die Ursachen des Chaos' auf indischen Straßen diskutiert: Inder würden auf vier Rädern ähnlich fahren wie auf zwei Rädern, laute eine Erklärung; außerdem sei die konsequente Nicht-Beachtung der Spuren die einzige Chance, dass so viele Autos auf den schmalen und schlecht ausgebauten Straßen „überleben“ könnten.

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