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15.01.2010

06:50 Uhr

Presseschau

VW kann Toyota überholen

VonDaniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse sieht VW auf dem Weg zum Spitzenplatz der größten Autobauer weltweit. Profil veröffentlicht die Liste der Investoren, die im Zuge der Übernahme der Hypo Alpe Adria Bank durch die BayernLB abgesahnt haben. Im Ölstreit zwischen Russland und Weißrussland sieht Vedomosti Minsk im Vorteil. Fundstück: Mythos und Realität.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Die internationale Wirtschaftspresse verfolgt anlässlich der Automesse in Detroit die jüngsten Entwicklungen in der internationalen Autobranche.

BusinessWeek sieht VW auf einem guten Weg, Toyota als weltgrößten Autobauer abzulösen. Noch vor zwei Jahren habe die entsprechende Zielvorgabe von CEO Martin Winterkorn lächerlich geklungen - damals hätten die Deutschen drei Millionen Autos weniger als die Japaner verkauft, hätten in den USA an Boden verloren und bei der Qualität der Fahrzeuge einen schlechten Ruf gehabt. Heute sei Toyota angreifbar, und im November habe VW erstmals mehr Autos gebaut als Toyota; zwar verkaufe Toyota immer noch mehr Autos, aber die Lücke sei auf weniger als 1,5 Millionen geschrumpft. Besonders ehrgeizig sei Winterkorn in den USA, wo der Absatz bis 2012 verdoppelt werden solle. In diesem Jahr wolle VW einen Kompaktwagen anbieten, der dem Toyota Corolla Konkurrenz machen solle. "Wir müssen die Massen zu VW führen", zitiert das Blatt den US-Chef von VW, Mark Barnes. Dies sei eine Abkehr von der früheren Strategie, mit Modellen wie dem Phaeton (85.000 Dollar) den US-Markt zu erobern.

Die Financial Times untersucht die Strategie von Fiat-Chef Sergio Marchionne bei Chrysler. Auf die Frage, ob der Italiener seine Ziele beim US-Autobauer erfüllen könne, differenziert das britische Blatt. Sollte das Ziel darin bestehen, Chrysler zu stabilisieren, die Produktlinie aufzufrischen, sieben Milliarden Dollar Staatshilfe zurückzuzahlen und das Unternehmen an die Börse zu führen, seien seine Chancen gut - obwohl jedes einzelne Ziel anspruchsvoll sei. "Sollte sein Ziel jedoch darin bestehen, Chrysler-Fiat in die erste Liga der weltweit agierenden Autobauer an die Seite von Ford, Toyota, Volkswagen und anderen zu führen, ist das Vorhaben zweifelhaft. Sein Imperium ist vielzu sehr ein Mischmasch von lokalen Marken, als dass er damit die Welt erobern könnte." Dem setze Marchionne entgegen, es sei wichtiger, weltweit dieselben Plattformen zu verwenden, statt eine starke Marke wie Ford oder Toyota zu besitzen.

Das Manager Magazin vergleicht die Stimmung auf der diesjährigen Autoshow in Detroit mit der Lage vor der Wirtschaftskrise. "Die Zeit der Premierenpartys, bei denen Vorstandsvorsitzende wie Comedians agierten und Chefentwickler auch mal Stuntmen spielen durften, sind vorbei." Doch immerhin rappelten sich die US-Hersteller wieder auf, mit frischem Geld und einem radikalen Sparkurs mühsam aufgepäppelt. In der neuen US-Autowelt stünden nicht mehr Pick-ups, Geländewagen und Musclecars im Vordergrund, sondern vor allem kompakte und sparsame Autos. Beeindruckend sei zum Beispiel vom Auftritt von Ford. Der einzige US-Hersteller, der ohne Stütze durch die Krise gekommen sei, setze vor allem auf das neue Kompaktmodell Focus und werte auch die bislang 4000 US-Bestellungen für den Kleinwagen Fiesta als Erfolg.

Die Investmentfirma Genii hoffe nach wie vor auf eine weitere Verhandlungsrunde bei GM, berichtet das schwedische Wirtschaftsblatt Dagens Industri . Die Gruppe um den Formel 1-Häupling Bernie Ecclestone lasse nicht locker und habe ein neues Kaufangebot für Saab vorgelegt. Falls GM auf den Deal eingeht, werde Genii sich an den Plan halten, den die Saab-Leitung für die schwedische Traditionsmarke ausgearbeitet habe. Dabei handle es sich um einen soliden Plan, den mehrere unabhängige Spezialisten begutachtet und als realistisch eingestuft hätten, so Geniis Pressesprecher Lars Carlström. 100.000 Autos müsse Saab pro Jahr absetzen, um überleben zu können und langfristig in die schwarzen Zahlen zu rutschen. Die Chance, dieses Ziel zu erreichen, sei nach Ansicht Carlströms jetzt größer denn je: Vor einigen Jahren habe Saab immerhin 130.000 Autos abgesetzt. Man müsse die Marke Saab in Zukunft exklusiver vermarkten und in eine gehobenere Preisklasse "heben".

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