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24.11.2011

07:51 Uhr

Presseschau

Wann knickt „Mrs. No“ ein?

VonDaniel Lenz

Gibt Angela Merkel ihren Widerstand gegen Euro-Bonds bald auf? Die Medien zeigen sich unentschieden. Während die einen die Standhaftigkeit der Kanzlerin loben, glauben andere an ihr baldiges Einknicken. Die Presseschau.

Kann er „Mrs. No“ doch noch umstimmen? Europas Kommissionschef José Manuel Barroso mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. dpa

Kann er „Mrs. No“ doch noch umstimmen? Europas Kommissionschef José Manuel Barroso mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

WiesbadenNoch nie in der EU-Geschichte habe ein deutscher Regierungschef einen Präsidenten der Kommission öffentlich dermaßen abgewatscht, wie Angela Merkel dies nun mit José Manuel Barroso hinsichtlich der Euro-Bonds getan habe, vergleicht die Süddeutsche Zeitung. Schuld an der Eskalation sei allerdings der Portugiese. Statt Brücken nach Berlin zu bauen, habe Barroso eine Tür zugeschlagen. Dies werten die Münchner als Eigentor, denn so habe man die Regierungschefin vor den Kopf gestoßen, die anders als Sarkozy oder Cameron die EU noch zusammenhalten wolle.

Das ZDF erkennt im Veto von Angela Merkel zu den Vorschlägen von Europas Kommissionschef José Manuel Barroso die „Wiedergeburt der ,Mrs. No'“, die mit deutschem Geld nicht für die Fehler der Nachbarn einstehen wolle. Dem Konflikt zwischen Brüssel und Berlin gewinnt der Sender etwas Positives ab, denn inzwischen sei erkennbar, wohin Merkels „unglamouröse Politik der kleinen Schritte“ hinführen solle: zu einer politisch gesteuerten „Fiskalunion“, die von Deutschland kontrolliert werde. „Sparen bis es quietscht, Kürzungen, Streichungen, Verzicht auf Privilegien - die eiserne Härte, die sich Merkel dem deutschen Wähler nicht mehr zuzumuten traut, hat sie zum Prinzip im Kampf um die deutsche Führungsrolle in Europa auserkoren.“

Das Wall Street Journal geht nicht davon aus, dass Berlin auf die Linie von Barroso einschwenken wird. Merkel gehe es aktuell primär um die nächsten Wahlen, weshalb sie bei ihrer Haltung bleiben werde, dass die EU-Verträge zunächst verändert werden müssten. Doch solche Veränderungen dauerten oft Jahre, hält das Blatt dagegen. „Berlin bevorzugt zwar vielleicht diesen Weg, aber am Ende könnte er sich als viel zu lang herausstellen.“

Da sich die Krise von der Peripherie Europas an Deutschland herangearbeitet habe, würden die umstrittenen Euro-Bonds immer wahrscheinlicher, kommentiert dagegen n-tv.de. Zwar sei neben der Wirtschaft auch die deutsche Regierung dagegen, doch Merkel werde voraussichtlich bald einknicken, da die Zeit dränge. „Für ,Wünsch dir was' ist es zu spät. Europa muss große Kaliber auffahren.“ Im Rückblick habe sich das deutsche Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“ nicht bewährt.

Die Börsen-Zeitung lobt die Standhaftigkeit der Kanzlerin. Merkel gehe es um eine „ursachengerechte und langfristige Lösung“ für die Euro-Krise – das verlorene Vertrauen in Gläubigerstaaten mit hoher Verschuldung sei nur durch Etatdisziplin zurückzugewinnen. Mit einer „wunderbaren Geldvermehrung“ via Notenpresse oder Gemeinschaftsanleihen könne dies allenfalls kurzfristig gelingen.

Kommentare (46)

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Account gelöscht!

24.11.2011, 08:38 Uhr

Spanien zahlt derzeit auf 10-jährige 6,6 Prozent, Italien 6,9, Belgien 5,5, Frankreich 3,6. Wenn gemeinsame Euroanleihen kommen, bedeutet das für Deutschland, dass Schluss mit Niedrigzinsen ist. Statt 2 Prozent werden wir dann 4 bis 5 Prozent zahlen - eine Verdoppelung unserer Zinslast von derzeit jährlich ca. 40 Mrd. auf dann 80 Mrd. Euro. Für jeden Arbeitnehmer in Deutschland wären dann zusätzliche 1000 Euro (!) pro Jahr abzuführen - bis in alle Ewigkeit. Doch es kommt noch besser: Auch kommunale und institutionelle Schulden würden sich verteuern. Entsprechende Kosten würden ebenfalls auf den Steuerzahler abgewälzt werden. Für den Privatmann/frau wird zudem Bauen und Leben auf Kredit deutlich teurer. Die Eurobonds wären für Deutschland ein gigantisches Konjunkturverhinderungsprogramm.

Petra

24.11.2011, 08:40 Uhr

Wieder einmal "Alternativlos" werden die Euro-Bonds noch dieses Jahr sein.
Wieder einmal wird Deutschland von den eigenen Politikern ein Stück weit verkauft.
Wieder einmal ein kleines Stück mehr in Richtung DDR 2.0 oder EUDSSR

Barroso.ist.ein.Trickbetrueger

24.11.2011, 08:40 Uhr

Wenn Deutschland EURO-Bonds akzeptiert läuft folgendes ab:

1. Alle EURO-Staaten tauschen alle Staats-Anleihen in EURO-Bonds um
2. Die EURO-Staaten fahren mit der Schubkarre vor und leihen sich tonnenweise neue Milliarden mittels neuen EURO-Bonds.
3. Deutschland hat die EURO-Bonds zu zahlen und gespart wird nicht mehr, im Süd-EURO-Teil sowieso nicht mehr

Ein wahres Horror-Szenario und Deutschland wird ausgeschlachtet bis zum Nimmerleins-Tag.

MERKEL BLEIBEN SIE BEIM "NEIN" ! Barroso ist ein Trickbetrüger.

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